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Wirtin will ausgebrannte Erbringer Traditionskneipe wieder aufbauen

Erbringen. Die Küche, ein Trümmerfeld, ebenso der Treppenaufgang. Versengtes, zentnerschweres Dachgebälk hat ihn unter sich begraben. Auch von dem gemütlichen Saal ist nichts mehr geblieben als Schutt, Asche und Scherben von den Scheiben, die in der Gluthitze der Flammen am vergangenen Mittwoch zerborsten sind. Ein beißender Geruch durchdringt die gesamten Räume, Löschwasser tropft noch von den Balken. Trotz der Katastrophe steht für Wirtin Ingrid Gorges fest: „Wir bauen das Gasthaus Ternig wieder auf. Das sind wir Erhard schuldig.“ Tochter Simone nickt zustimmend.

Zurzeit sind Dachdecker dabei, Planen übers Dach zu legen, geben sich Versicherungsleute die Klinke in die Hand, müssen die Frauen viel Schreibkram und Telefonate erledigen. „Ich funktioniere im Moment wie ein Roboter“, gesteht die sympathische Wirtin der Erbringer Traditionskneipe – auch, wenn ihr eher zum Heulen zumute ist. Denn sie steht vor dem Nichts. Viel Herzblut und Engagement hat sie im Laufe von fast zehn Jahren in das Gebäude von 1904 investiert. Flammen machten alles zunichte, raubten ihr die Existenz und die Wohnungen, die sie und ihr Vorgänger im Obergeschoss hatten. „De Mann“, wie viele den 71-Jährigen liebevoll nennen, wurde bei dem Brand über eine Leiter gerettet und in ein Krankenhaus gebracht. Am Wochenende ist er entlassen worden, wie Mutter und Tochter erzählen. „Er ist sehr tapfer, auch wenn er hin und wieder mal weint.“ Zurzeit bleibt ihm nur eine alte Fotografie seines Elternhauses, in dem er sein Leben verbracht hat. „Die haben wir aus den Trümmern gerettet – ebenso die Fahne des Berg- und Hüttenarbeitervereins.“

Obdach haben Ingrid Gorges und Ternig, der nur eine sehr schmale Rente bezieht, in einer Ferienwohnung in Rissenthal gefunden – vorübergehend, wie Ingrid Gorges sagt. Daher suchen Mutter und Tochter händeringend nach einer kleinen Wohnung in Erbringen. „Dann kann Erhard den Start der Renovierung an seinem Elternhaus bis zum letzten Handgriff beim Wiederaufbau miterleben.“ Drei Zimmer, Küche, Bad würden genügen. Ein Zimmer wollen die Frauen für sich, um in der Nähe des Seniors zu sein – für den Notfall. „Es kann ja sein, dass er mal krank ist. Dann soll einer von uns da sein.“„De Mann“ wollen sie nie und nimmer im Stich lassen, er gehört längst zur Familie. „Er ist so lieb, so anspruchslos, so hilfsbereit“, charakterisieren sie ihn. Simone Gorges nennt es Sympathie auf den ersten Blick, als sie ihn vor gut zehn Jahren im Krankenhaus kennen gelernt hat. „Er lag auf der Inneren“, erzählt die Krankenschwester. Sie war es auch, die ihm den Kontakt zur Mutter vermittelt hatte. „Ich kam damals aus Amerika zurück und habe sein Angebot, die Gastwirtschaft zu übernehmen, dankend angenommen.“ Mittlerweile ist aus den Geschäftspartnern von einst eine verschworene Gemeinschaft geworden – eine Gemeinschaft, die auch das verheerende Feuer meistern will. „Wenn de Mädscha do senn, is alles gudd“: ‚De Mann' kann sich auf seine Damen verlassen – und auf viele hilfsbereite Erbringer und Leute aus der Umgebung.

„Es tut so gut, in der Not Mitgefühl zu erfahren“, sagt Ingrid Gorges, die zurzeit erwerbslos ist. Mehr als den materiellen Verlust schmerzen sie die vielen persönlichen Dinge, die den Flammen zum Opfer fielen. Aber sie schaut nach vorne: „Wir schaffen es, das Gasthaus wieder aufzubauen“, zumal sie Helfer hinter sich weiß. So hat Ortsvorsteher Daniel Minas für Donnerstag, 19 Uhr, in die Bürgerstuben eingeladen – um eine Hilfsaktion zu bündeln.




Feuermelder können Menschenleben retten Merzig-Wadern. Der Kreisfeuerwehrverband Merzig-Wadern nimmt den Gebäudebrand in Erbringen zum Anlass, erneut auf die Bedeutung von Rauchmeldern in Häusern hinzuweisen. In Erbringen konnte der im Haus befindliche Bewohner noch rechtzeitig von einem Feuerwehrmann gerettet werden. Aber so geht es nicht immer aus: In Deutschland sterben jedes Jahr mehr als 800 Menschen bei Wohnungsbränden, die meisten von ihnen nachts. Moderne Haushalte sind voll von Kunststoffen, bei deren Verbrennung giftiger Rauch entsteht. Schlafende werden bereits nach wenigen Atemzügen Kohlenmonoxyd bewusstlos und ersticken oft, bevor die Feuerwehr alarmiert ist. Ein Rauchmelder erkennt frühzeitig den bei Schwelbränden entstehenden Rauch und warnt durch einen lauten, pulsierenden Ton. Schlafende werden zu einem frühen Zeitpunkt geweckt, so dass Rettung noch möglich ist. Die meisten Rauchmelder sind batteriebetrieben. Da sie nicht an das Stromnetz angeschlossen sind, sind sie nicht nur leicht zu installieren, sondern auch im Brandfall funktionsfähig.

Es empfiehlt sich, den Rauchmelder zwischen Wohn- und Schlafbereich anzubringen. Die Geräte sind nicht teuer und können im Fachhandel oder in den Baumärkten gekauft werden. Falls es noch Fragen zum Thema „Rauchmelder“ gibt, wende man sich an den Geminewehrführer, Löschbezirksführer der Freiwilligen Feuerwehr oder den Kreisfeuerwehrverband. nb
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