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Wirtinnen vermissen Stammkundin - und retten ihr so das Leben

Symbolfoto.

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. „Glauben Sie an so was?“, fragt Ladi. So was – die 37-Jährige meint damit ein Gefühl, eine innere Stimme, die sagt: „Da stimmt was nicht. Da ist jemand in Gefahr.“ Die Feuerwehrleute , die Polizisten , die Leute vom Rettungsdienst, sagt sie, die haben nicht an so was geglaubt. Die seien sehr skeptisch gewesen, als sie die Geschichte gehört haben, die sie und ihre Chefin Rosi zu diesem Haus geführt haben, sagt Ladi. Das Haus, das diese Feuerwehrleute dann aufgebrochen haben, in das die Polizisten und Rettungssanitäter dann reingegangen sind.

Die Geschichte beginnt an einem Montag. Da hat die alte Dame – sie ist schon über 80 Jahre alt, sagt Ladi – sich mit einem „bis morgen“ aus dem Jouliard verabschiedet. Seit einiger Zeit isst die Frau dort regelmäßig, erzählt Rosi, die Wirtin. „Die meldet sich immer ab, wenn sie mal ein paar Tage nicht kommt“, erklärt Ladi den Grund dafür, dass sie am nächsten Tag beunruhigt war, als die alte Dame wegblieb.

Ladi hat versucht, ihre Stammkundin anzurufen. Sie ging aber nicht ans Telefon. Als die Frau am Mittwoch immer noch nicht zum Essen kam, wurden die Sorgen größer. „Ich habe die Frau sehr lieb. Ich habe meiner Mutter mal ein Foto gezeigt. Und sie sagte, dass sie aussieht wie meine Uroma“, erzählt Ladi.

Mit ihrer Chefin ist sie zum Haus der Frau gegangen. „Ich wusste, wo sie wohnt, weil ich sie manchmal nach Hause fahre, wenn es ihr nicht so gut geht“, sagt sie. Die Rollläden seien unten gewesen, aber in ein Fenster habe man reinschauen können. Erst hat Ladi ihre Chefin hochgehoben. Die konnte aber nichts erkennen – außer dass Licht brannte. Die beiden Frauen haben eine Mülltonne unters Fenster geschoben, Ladi ist draufgestiegen.

„Die Frau hat, Gott sei Dank, ein glitzerndes Armband angehabt. Dadurch habe ich ihre Hand gesehen“, erinnert sich Ladi. Die beiden haben die Polizei verständigt. Die kam, mit Feuerwehr und Rettungsdienst. Die Frau, die da wohl schon fast zwei Tage lag, wurde ins Krankenhaus gebracht. Es gehe ihr gut, sagt Ladi.

Was Rosi wundert: „Wir sind da ums Haus rum, sind auf die Mülltonne gestiegen. Wir müssen gewirkt haben wie Einbrecher. Das hat aber offenbar niemanden interessiert.“ Was Ladi wundert, ist, dass Polizisten , Feuerwehrleute und Rettungsdienst immer wieder gefragt haben, ob sie mit der alten Dame verwandt seien. Es sei den Leuten merkwürdig vorgekommen, dass da jemand auftaucht, um nachzuschauen. „Die wollten uns nicht richtig glauben.“

Das wiederum verstehen Rosi und Ladi nicht. „So was ist doch selbstverständlich“, findet Rosi. „Wir müssen doch auf die Leute achten“, sagt Ladi. Ob man nun an so was wie dieses Gefühl glaube oder nicht.
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