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Wirtschaft sucht Fachkräfte: Saarland überdurchschnittlich stark betroffen

Berlin/Saarbrücken. Gut zwei Drittel der Unternehmen haben Probleme, offene Stellen zu besetzen. In den kommenden fünf Jahren rechnet die Hälfte aller Unternehmen mit einem Fachkräftemangel bei den Hochqualifizierten, wie sich aus der jüngsten Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) ergibt, die gestern in Berlin vorgestellt wurde. Die Bundesregierung betonte zugleich, dass dem Fachkräftemangel nicht durch eine stärkere Öffnung des Arbeitsmarktes für Ausländer begegnet werden soll.

Nicht nur bei Stellen für Akademiker hätten die Betriebe Probleme, Mitarbeiter zu finden, sagte DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen (56 Prozent) gab an, Schwierigkeiten zu haben, einen Fachwirt oder Meister zu finden. Im Handel und in der Gastronomie könne jeder zweite Betrieb Arbeitsplätze nicht durchgehend besetzen. Der DIHK befragte für die Studie online 1600 Unternehmen im ganzen Bundesgebiet.

Das Saarland ist laut Matthias Haffner von der saarländischen Industrie- und Handelskammer noch stärker betroffen als der Durchschnitt der Bundesländer. Im Saarland gebe es mehr ältere Bürger, deshalb würde der demographische Wandel hier schon früher auftreten. Außerdem bedinge die Industriestärke des Landes einen starken Mangel im technischen und gewerblichen Bereich.



Mehr Steuerung

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) kündigte für das nächste Jahr einen „Trendreport“ an, in dem festgehalten werde, in welcher Region welche Arbeitskräfte gesucht würden. Dieser Bericht solle zwei Mal in der Legislaturperiode erscheinen. „Passgenaue Planung“ für den Arbeitsmarkt sei entscheidend. „Erst danach kommt die Zuwanderung“, betonte die Ministerin.

In den vergangenen Monaten hatten Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) gefordert, ausländischen hochqualifizierten Fachkräften die Einwanderung nach Deutschland zu erleichtern.

Nach Einschätzung von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) allerdings reicht das geltende Recht aus. Wenn nicht die Richtigen nach Deutschland kämen, liege das an vielen Dingen, aber nicht am Zuwanderungsrecht, so der Innenminister. Es gebe jedoch Hemmnisse durch eine fehlende „Willkommenskultur“.

„Da haben wir einen gewissen Nachholbedarf“, gab Driftmann zu. Die Wirtschaft habe zwar zunehmend eine offene Haltung gegenüber Einwanderern entwickelt, aber es gebe nicht eine solche Tradition wie in anderen Ländern.

Die Linksfraktion wies darauf hin, dass die Unternehmen sich seit Jahren aus ihrer Verantwortung für die Ausbildung zurückzögen. Nur noch 24 Prozent der Betriebe bildeten aus. Das Problem des Fachkräftemangels sei hausgemacht. Die Grünen forderten die Regierung auf, vor allem die Weiterbildung auszubauen. Sie müsse fester Bestandteil des Erwerbslebens werden.
jwo
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