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Wirtschaft will Saarmesse erhalten

Mit Sorge sehen Verbände und Kammern die Entwicklung des Streits um die Saarmesse.

Mit Sorge sehen Verbände und Kammern die Entwicklung des Streits um die Saarmesse.

Saarbrücken. Mit Sorge sehen Verbände und Kammern die Entwicklung des Streits um die Saarmesse. Denn mit ihrer Drohung, Forderungen in Höhe von insgesamt zwei Millionen Euro fällig zu stellen, nimmt die Stadt Saarbrücken auch eine Insolvenz der Messegesellschaft in Kauf.

Plattform für viele Unternehmen

„Sollte die Stadt eine Insolvenz riskieren, ohne dass bereits ein Plan B steht, dann wäre das fatal“, sagt Martin Weisgerber vom Arbeitgeberverband des Saarländischen Handwerks. Für ihn ist klar, dass „das Saarland einen Messestandort braucht“. Denn viele Unternehmen hätten die Saarbrücker Messen in den vergangenen Jahren erfolgreich als Plattform genutzt. Ähnlich sieht es Christoph Kleer, Hauptgeschäftsführer des Landesverbandes Einzelhandel und Dienstleistungen Saarland: „Viele Handelsunternehmen, beispielsweise aus dem Möbelhandel, haben auf den Messen Kunden akquiriert, die sie an ihrem normalen Standort nicht erreichen könnten. Für die ist es besonders wichtig, dass die Messe erhalten bleibt“, sagt Kleer. Aber auch für die Unternehmen, die auf dem Gelände eigene Messen veranstaltet haben, sei es wichtig, eine solche Möglichkeit zu haben. „Eins sollte klar sein: Das Saarland braucht einen Messestandort“, sagt Weisgerber. Auch Volker Giersch, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK), bezeichnet die Messe als „wichtigen Wirtschaftsfaktor“ für das Land.

Kundenpflege und Akquise

Georg Brenner, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, warnt in diesem Zusammenhang davor, durch die Auseinandersetzungen die Veranstaltungen zu gefährden: „Sollte eine Messe ausfallen, wäre der Schaden nicht gering, denn es sind Gewohnheiten, die sich da eingespielt haben – in der Kundenpflege und Akquise“, sagt er. Es würde erhebliche Mittel erfordern, Messekunden, die sich wegen einer ausgefallenen Messe neu orientiert hätten, wieder neu für eine Teilnahme zu werben.

Der aktuellen Eskalation geht ein jahrelanger Streit zwischen Messe und Stadt über die Auslegung des Messevertrags voraus. Um klare Verhältnisse zu schaffen, hatte der städtische Beteiligungsmanagementbetrieb dem Stadtrat der Stadt Saarbrücken Anfang Dezember vorgeschlagen, von der Messegesellschaft eine Vertragsauflösung bis Jahresende zu fordern oder die Millionenforderung fällig zu stellen. Im Falle einer Vertragsauflösung solle bis Mitte kommenden Jahres über neue Konzepte für die Saarmesse verhandelt werden. Zwar hat der Stadtrat vorerst weitere Verhandlungen bis zum 8. Februar beschlossen. Sollte es bis dahin keine Einigung geben, steht die Drohung weiter im Raum. Dass die Messe durchaus entwicklungsfähig ist, auch darüber herrscht in der Saar-Wirtschaft Einigkeit: Weisgerber sieht alleine schon dringenden Handlungsbedarf bei der Parkplatzsituation.

 Messe und Kongresse verbinden

Doch auch weitere Investitionen könnten die Messe nach vorne bringen: „Sinnvoll wäre es, ein Kongresszentrum zu haben, um Messe und Kongresse verbinden zu können“, sagt Brenner. Und auch die Kombination mit der Event-Halle wäre zeitgemäß. Auch Giersch hält den Bau der Event-Halle auf oder neben dem Messegelände für einen denkbaren Weg.

Ähnlich sieht es Joachim Malter, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände (VSU). „Wenn man sich dafür entscheidet, eine Messe zu haben, muss man versuchen, die Wirtschaftlichkeit dadurch zustande zu bringen, dass man den Standort auch für andere Ereignisse nutzen kann.“

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