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Wirtschaftskrise: Kurzarbeit noch nicht vorbei


Kurzarbeit bleibt noch längere Zeit im Saarland das wichtigste Instrument zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit als Folge der Wirtschaftskrise. Davon geht Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion der Arbeitsagentur, aus.

Saarbrücken. Kurzarbeit ist – neben den von den Tarifparteien vereinbarten flexiblen Arbeitszeitformen – die beste und wichtigste Möglichkeit, Arbeitslosigkeit zu verhindern. Davon ist Heidrun Schulz , Chefin der Regionaldirektion der Agentur für Arbeit, überzeugt. Und dieses Mittel wird nach wie vor genutzt, auch wenn es in der Wirtschaft langsam wieder bergauf geht.

Allein in den ersten drei Monaten 2010 hat die Agentur für Arbeit an der Saar insgesamt rund 15 Millionen Euro für Kurzarbeitergeld aufgebracht. Es teilt sich auf in 8,1 Millionen Euro für die betroffenen Arbeitnehmer und 6,8 Millionen Euro für die Erstattung der Beiträge zur Sozialversicherung an Arbeitgeber. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres mussten noch 15,9 Millionen Euro für den gleichen Zweck aufgebracht wurden.

Günstiger als Arbeitslosigkeit
Kurzarbeit kostet den Steuerzahler damit weit weniger als die Folgen einer Arbeitslosigkeit, da Kurzarbeiter im Gegensatz zu Arbeitslosen weiter Steuern und Sozialversicherungs-Beiträge zahlen. Darauf weist die Regionaldirektion Saarland-Rheinland-Pfalz der Bundesagentur für Arbeit hin.

Aktuelle Zahlen zum Umfang der Kurzarbeiter im laufenden Jahr liegen noch nicht vor. Ende Mai würden die Zahlen für das erste Quartal veröffentlicht, hieß es. Im Dezember waren aber noch mehr als 16.000 Arbeitnehmer betroffen. Den Höhepunkt hatte die Kurzarbeit im April vergangenen Jahres, als die saarländischen Betriebe für mehr als 35.000 Menschen dieses Mittel nutzten, um trotz Auftragseinbrüchen infolge der Krise Entlassungen zu vermeiden.

Viele Saarländer bilden sich weiter

Diese Zahl entsprach rund zehn Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Der Umfang der Kurzarbeit hat sich damit von April bis Dezember mehr als halbiert. Doch Ende 2008 gab es im Saarland nicht einmal 3000 Kurzarbeiter. Kurzarbeit hat an der Saar im bundesweiten Vergleich auch zu einer höheren Teilnahme an Angeboten zur Qualifizierung geführt. So beteiligten sich 2009 an der Saar knapp 5000 Arbeitnehmer während der Kurzarbeit an einer Qualifizierung. Das waren 17,8 Prozent aller Kurzarbeiter. Bundesweit lag dieser Anteil bei nur 12,5 Prozent.

Prognosen über die weitere Entwicklung seien derzeit außerordentlich schwierig, heißt es bei der regionalen Agentur für Arbeit. Fest steht jedoch, dass die Regelungen zum Bezug von Kurzarbeitergeld bis Ende 2011 verlängert sind. Begleitet werden die aktuellen Maßnahmen der Arbeitsverwaltung von wieder positiveren Einschätzungen zum Wirtschaftswachstum, die sich derzeit bei um die 1,5 Prozent einpendeln.

Stammbelegschaft gehalten
Nach den bisher gängigen Regeln am Arbeitsmarkt würde dies jedoch noch nicht in nennenswertem Umfang zu Neueinstellungen führen. Sie erfolgen meist erst ab einer Größenordnung von zwei Prozent Wirtschaftswachstum. Bliebe es bei der derzeitigen Wirtschafts-Entwicklung, dann könnten wichtige Branchen an der Saar wie die Auto-Industrie, deren Zulieferer und beispielsweise auch der Maschinenbau wohl noch längere Zeit nicht mit einem Wandel hin zu spürbar besseren Verhältnissen rechnen.

Für Heidrun Schulz zeigt jedoch auch schon die derzeitige Entwicklung etwas Positives: Zahlreiche Unternehmen hätten trotz Auftragsrückgang ihre Stammbelegschaften gehalten. Dieses Verhalten werde sich schon sehr bald auszahlen. Denn in Zeiten eines zunehmenden Facharbeitermangels könnten solche Unternehmen eher Vorteile im Wettbewerb erreichen als ihre Konkurrenten.




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