A623 Friedrichsthal Richtung Saarbrücken Zwischen AS Saarbrücken-Herrensohr und Einmündung Rodenhof Bauarbeiten, linker Fahrstreifen gesperrt, Stau zu erwarten bis 19.10.2017 05:00 Uhr (17.10.2017, 16:49)

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Wirtschaftskrise erreicht jetzt auch Prostituierte

Was veränderte sich 2008 im Rotlicht-Milieu?

Sowohl die Zahl der Prostituierten als auch die Zahl einschlägiger Etablissements hat zugenommen. Dies gilt sowohl für die Prostitution in Privatwohnungen als auch für Bordelle mit gewerblicher Zimmervermietung.

Woran liegt das?

Nach wie vor kommen Frauen aus Osteuropa und verstärkt auch aus Südamerika ins Saarland und gehen hier der Prostitution nach. Zugleich gehen die Umsätze zurück.

Wieso gehen Umsätze trotz mehr Prostituierte zurück?

Weil die Nachfrage und die Preise zurückgehen.

Die Folgen für Huren?


Prostituierte, die in Bordellen mit gewerblicher Zimmervermietung arbeiten, zahlen eine Miete pro Tag zwischen 80 und 100 Euro. Angesichts der vielerorts vorhandenen Dumpingpreise pro Geschlechtsakt decken die Einnahmen oft nicht die Ausgaben. Außerdem wird die Nachfrage nach Sex ohne Schutz und ohne Tabus immer größer. Daher steigt die Gefahr von Geschlechtskrankheiten.

Wie können Behörden helfen?

Man sollte regelmäßige Pflichtuntersuchungen von Prostituierten durch das Gesundheitsamt wieder einführen. Außerdem könnte man bei einer Neufassung des Prostitutionsgesetzes diese hohen Mieten verbieten.

Wie hoch ist der Anteil der Zwangsprostitution?

Nach wie vor gibt es neben der selbstbestimmten Tätigkeit mit angemessenen Arbeitsbedingungen in großem Umfang Zwangs- und Ausbeutungsverhältnisse.

Wie intensiv sind Kontrollen?


Die Kripo hat voriges Jahr 147 Kontrollen – gegenüber 148 im Jahr 2007 – in Bordellen, Bars, Swinger- und Saunaclubs, Hostessenwohnungen sowie auf dem Straßenstrich durchgeführt. Wir haben 563 Personen – gegenüber 483 im Jahr 2007 – überprüft. Allein auf Grund der Kontrolltätigkeit der Kripo wurden von 2005 bis 2007 fünf Ermittlungsverfahren wegen Menschenhandels im Saarland initiiert. Dennoch gibt es rückläufige Verfahrenszahlen im Deliktsfeld Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung.

Die Fragen stellte Norbert Freund.
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