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Wirtschaftsminister Hartmann sieht Saar-Firmen in guter Verfassung

Die Börsen stürzen ab, Ökonomen kürzen ihre Konjunkturprognosen. Wie groß ist ihre Sorge, dass Deutschland und damit auch das Saarland in eine Rezession abrutscht?
Hartmann: Die Wirtschaft wird weiter wachsen, wenn auch wahrscheinlich nicht so stark. Ich mache mir um unsere Unternehmen keine Sorgen, weil die Auftragsbücher gut gefüllt sind und die Investitionsneigung immer noch hoch ist. Insofern wird das Saarland in diesem Jahr im Länder-Vergleich wieder ein überdurchschnittliches Wachstum haben. Wir müssen aber aufpassen, dass wir nicht eine Rezession herbeireden. Manche sagen ja eine Finanz- und Wirtschaftskrise in dramatischem Ausmaß voraus. Was ich aus der saarländischen Wirtschaft höre, gibt solche Prophezeiungen nicht her.

Was hören Sie denn aus der saarländischen Wirtschaft?
Hartmann: Dass wir mit Vollauslastung bis Ende des Jahres fahren werden. Für die Zeit danach reden wir über das Abkühlen des Wachstums. Wir werden aber Wachstum haben. Ich rechne für das Saarland im Jahr 2012 mit 1,5 Prozent.

Gibt es gar keine rückläufigen Tendenzen?
Hartmann: Ein Stück weit greift die sorgenvolle Stimmung auch auf die Realwirtschaft über. Das lässt sich nicht vermeiden. So war geplant, dass wir diese Woche eine Großansiedlung im Saarland verkünden können, aber das Unternehmen hat mich vor zwei Wochen angerufen und gesagt: Wir schieben das um ein halbes Jahr. Bei Investitionen in Erweiterungen schlägt sich die Unsicherheit also nieder, jedoch nicht bei Investitionen in die Erhaltung und Modernisierung von Produktionsanlagen.

Aber wenn sich die Euro-Krise weiter zuspitzt und der Aktienindex Dax weiter fällt?
Hartmann: Wir brauchen Vertrauen an den Märkten. Die Politik muss Debatten über drängende Fragen offen führen, denn nur so kann die beste Lösung gefunden werden. Das heißt jedoch nicht, jeden Tag eine neue Sau durchs Dorf zu treiben. Was EZB-Präsident Jean-Claude Trichet und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso gesagt haben, halte ich für nicht zielführend. Genauso wenig die Äußerungen von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann.

Als saarländischer Minister müssen Sie sich angesichts der globalen Turbulenzen ohnmächtig fühlen, oder?
Hartmann: Die Umsätze zum Beispiel bei ZF oder Saarstahl sind weltkonjunkturell bedingt. Darauf hat ein Saar-Wirtschaftsminister keinen Einfluss – weder in positiver noch in negativer Richtung. Man kann Rahmenbedingungen verändern. Wenn Oskar Lafontaine zum Beispiel klagt, wir hätten keine Leitinvestitionen, kann ich nur sagen: Wir investieren 100 Millionen Euro in neue Industrieflächen, um Wertschöpfung und Arbeitsplätze zu schaffen. Wir haben 20 Jahre solche Flächen nicht gehabt. Wenn das keine Leitinvestition ist, weiß ich es nicht.

Aber ein Krisenprogramm haben sie nicht in der Schublade liegen für den Fall der Fälle.
Hartmann: Im Moment sind wir von einer solchen Situation weit entfernt. Doch die vergangene Krise hat gezeigt, dass wir wirksame Instrumente haben, die wir an die jeweilige Situation und die Bedürfnisse der Saar-Wirtschaft anpassen können.

Wie robust sind die saarländischen Unternehmen, um ein Konjunkturtief zu überstehen?
Hartmann: In diesem Jahr werden die Unternehmen ordentlich verdienen. Viele stehen solide da, aber es gibt Betriebe, die darauf angewiesen sind, dass die Wirtschaft zumindest etwas wächst.

Wie schätzen Sie den hiesigen Arbeitsmarkt ein?
Hartmann: Wir haben einen sehr robusten Arbeitsmarkt. Nach meiner Überzeugung steuern wir auf eine Zahl von 32.000 Arbeitslosen im November zu. Und der positive Trend wird sich fortsetzen. Ich gehe davon aus, dass wir im nächsten Jahr die Chance haben, Richtung 30.000 Arbeitslose im November zu marschieren. Auch bei einer Abkühlung der Konjunktur erwarte ich keinen massiven Anstieg der Arbeitslosenzahlen.
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