A620 Saarbrücken Richtung Saarlouis AS Saarlouis-Mitte Baustelle, Ausfahrt gesperrt bis 22.12.2017 16:00 Uhr (13.11.2017, 11:43)

A620

Priorität: Dringend

1°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
1°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Wissenschafts-preis für HTW Saarbrücken

Saarbrücken. Auch in der digitalen Welt ist nicht alles Elektronik. Bevor Daten verarbeitet werden, müssen sie erst einmal gemessen werden. Und die wichtigsten Datenquellen der modernen Technik sind Druck- und Kraftsensoren. Sie stecken in der Waage im Supermarkt, im Common-Rail-Einspritzsystem eines modernen Dieselmotors und im Blutdruckmessgerät der Arztpraxis. Selbst die Tiefsee-Sensoren des Tsunami-Warnsystems auf dem Meeresgrund des Pazifischen Ozeans nutzen Drucksensoren. Mit ihnen werden weltweit rund neun Milliarden Euro Umsatz pro Jahr gemacht.

Die Technik von morgen verlangt jedoch neue und vor allem kleinere Sensoren. Die Arbeitsgruppe um den HTW-Experten und den Physiker Dr. Ulf Werner vom Institut für Neue Materialien (INM) in Saarbrücken hat nun einen neuen Sensortyp entwickelt, der zehnfach genauer ist. „Er verwandelt ein Promille Dehnung in 20 Promille Widerstandsänderung“, so Schultes. Das kleine Bild in diesem Text zeigt ein Basiselement eines solchen Sensors in über dreifacher Vergrößerung. Die Forscher der HTW kreierten dafür ein neues Nanomaterial mit maßgeschneiderten Eigenschaften. Deren wichtigste ist die Super-Sensibilität auf Druck. Mindestens so wichtig ist jedoch die Unempfindlichkeit gegenüber Hitze und Kälte. Der Sensor einer Waage, der auf wechselnde Temperaturen reagierte, würde sich ständig ändernde Gewichtsangaben liefern. Das darf nicht sein. „Unsere Sensoren ändern zwischen minus 200 und plus 200 Grad Celsius ihren elektrischen Widerstand nicht“, berichtet Schultes. 

Für seine Entwicklung sieht der HTW-Forscher einen „großen industriellen Markt“. Allein in Europa machten Unternehmen mit dieser Technik 3,6 Milliarden Euro Umsatz. Drucksensoren stecken zum Beispiel in so genannten hydraulischen Speichern, die einen hohen Druck über lange Zeit präzise halten müssen. Aber auch zur Strukturüberwachung besonders empfindlicher oder hoch belasteter Materialien, zum Beispiel in der Luftfahrt, kämen die Saarbrücker Druckmesser in Frage. Sie können unter anderem vor drohenden Materialermüdungen warnen, die bei oberflächlichen optischen Kontrollen verborgen bleiben.

Mit 25 000 Euro Preisgeld zählt der Wissenschaftspreis der SaarLB zu den am höchsten dotierten Auszeichnungen seiner Art bundesweit. Wie werden der HTW-Professor und seine Arbeitsgruppe das Preisgeld ausgeben? So richtig habe darüber noch niemand nachgedacht, erklärt Günter Schultes. Einen persönlichen Wunsch wolle er sich allerdings erfüllen. „Wenn wir den Preis gewinnen, das habe ich angekündigt, als wir die Bewerbung abgaben, dann kaufe ich mir endlich ein vernünftiges Fahrrad.“ Peter Bylda  
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein