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Wo Bier brüderlich geteilt und im Müllsack getanzt wird: Tag 1 bei Rocco del Schlacko

Unglaublich vielseitig: Die „Sportfreunde Stiller“, Top-Act des ersten Tages. Foto: Becker & Bredel

Unglaublich vielseitig: Die „Sportfreunde Stiller“, Top-Act des ersten Tages. Foto: Becker & Bredel

Es geschehen seltsame Dinge auf dem Sauwasen. Menschen sind in Einhorn- oder Pokémon-Kostüme gehüllt, tragen Propellermützen oder sind mit Schwimmnudeln bewaffnet, die sie vor der Bühne energisch Richtung Himmel strecken. Was seltsam klingt und noch seltsamer aussieht, ist aber recht einfach zu erklären. Auf den idyllischen Feldern im Köllerbacher Wald startete am Donnerstag die bereits 18. Ausgabe des „Rocco del Schlacko“ Festivals.

 



Und Festivals sind eben doch eine Welt ganz für sich. Und wer wirklich in diese andere Welt eintauchen will, der sollte einen Gang über den Campingplatz wagen. Zwischen abstrakten Pavillon- und Zelt-Konstrukten findet dort das pure Festivalleben statt. Aus allen Richtungen schallt unterschiedliche Musik, als die teils selbstgebauten Musikanlagen sich gegenseitig zu überschallen versuchen. Mit enormen Vorräten an Dosenbier treten die Festivalgänger in den verschiedensten Trinksportarten gegeneinander an. Das Bier wird brüderlich geteilt, in einer gemütlichen, wenn auch ziemlich lauten, heilen Welt.

 



Doch auch wenn das „Rocco del Schlacko“ noch deutlich gemütlicher und kleiner ist als die großen deutschen Festivals wie „Rock am Ring“ und das „Southside“, konnte das saarländische Pendant zumindest beim Wetter ähnliche Erfahrungen bieten wie die Großen. Denn, wie in dieser Festivalsaison so üblich, gab es zum Start am Abend erst einmal eine ordentliche Portion Regen. Die Besucher störte das allerdings nicht wirklich.

 



Während in den Modemagazinen der Welt über die Festivalmode des Sommers sinniert wird, dachte der „Rocco“-Besucher hier eher pragmatisch. Manchmal ist bei Matsch und Regen eben die beste Kleidung einfach ein übergezogener Müllsack und Gummistiefel an den Füßen. Und so feierten bei sommerlichen 17 Grad am frühen Abend rund 16 000 Menschen eine leicht nasse Party im Wald. Und, ach ja, neben all der Atmosphäre rund um das Festivalgelände, gab es auch noch jede Menge Musik auf dieser Party.

 

Etwa von „Bosse“. Axel Bosse, Namensgeber und Sänger/Songwriter der Band war ebenfalls nass. Allerdings bereits bevor der Regen einsetzte. Nassgeschwitzt. Er fand gar keine Ruhe auf seiner Bühne, rannte von links nach rechts, hin und her, und hörte gar nicht mehr auf zu tanzen. Auf der Bühne wurde es fast ein wenig eng, denn auch wenn der Namensgeber oft als Einzelner im Vordergrund steht, waren dort insgesamt acht Musiker am Arbeiten.

 



Partymusik gab es auch von den Punk-Rock Urgesteinen „Sum 41“ aus Kanada. Die fünf spielten eine Best-Of-Show ihrer Hits, mit wenig Neuem im Gepäck. Die meisten ihrer bekannten Songs stammten von ihrem Karrierehöhepunkt im Pop-Punk von Mitte/Anfang der 2000er, was für eine Festivalshow nicht unüblich und durchaus begrüßenswert ist. Als Bonus passte der Regen perfekt zu ihren melancholischeren Songs. So auch bei den „Sportfreunden Stiller“. Denn ein Liebeslied im Regen wirkt einfach besser. Die drei Deutschrock-Jungs aus Bayern hatten neben ihren Hits aus 20 Jahren Bandgeschichte auch Lieder aus ihrem neuen, im Oktober erscheinenden Album „Sturm und Stille“ dabei. Unglaublich vielseitig zeigte sich die Band, auf der Bühne spielten die drei ein „Instrumentchen-Wechsel-dich“. Der Schlagzeuger spielte Keyboard, der Bassist Keyboard, der Sänger Schlagzeug, der Schlagzeuger sang und so weiter und so fort. Dann entließen sie mit einem Funken-Feuerwerk die nach Püttlingen gekommenen Fans in die Nacht, zurück in ihre seltsame, heile Welt auf dem Campingplatz.
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