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Wochenend-Vandalen in der Mainzerstraße Saarbrücken

Saarbrücken. Sonntagmorgens halb zehn in der Mainzer Straße: Wer hier auf dem Weg zum Brötchenholen ist, darf keinesfalls noch schlaftrunken sein. Höchste Konzentration ist auf dem Parcours gefragt, den man zu dieser Uhrzeit überwinden muss. Denn Nachtschwärmer machen jedes Wochenende aus der Mainzer Straße ein Trümmerfeld: Mülleimer werden aus ihren Halterungen getreten, Baustellenabsperrungen umgestoßen, Pflanzen aus Blumenkästen rausgerissen, unzählige Flaschen auf Gehund Fahrradwegen zertrümmert und Hauseingänge als Toilette benutzt. Was Anwohner nervt, ist für die Geschäftsleute dort ein Graus. Denn bevor sie ihre Läden aufmachen können, müssen sie erst einmal gründlich aufräumen und fegen.

„Die finanziellen Schäden sind meist nicht hoch, viel ärgerlicher ist die Zeit, die wir brauchen, um alles wieder in Ordnung zu bringen. Genauso wie für die Anwohner, die sonntags Fäkalien wegmachen müssen“, sagt Andrea Dumont, Chefin des Hotels Kaiserhof und Sprecherin der Initiative Mainzer Straße, ein Zusammenschluss der Bewohner und Restaurantund Ladenbesitzer des Viertels. Die Geschäftsfrau sagt, dass der Vandalismus in den vergangenen Jahren zugenommen habe. Seien früher die Nachtschwärmer stadtauswärts getigert, kämen sie immer häufiger auch von der Gegenseite, aus dem Ostviertel. Die Schäden dokumentiert die Initiative auf ihrem Profil im sozialen Netzwerk Facebook. Viele der Partygänger nehmen auf ihrem Heimweg in der Mainzer Straße einen letzten Imbiss oder machen eine letzte kleine Jam-Session.



Wo viele Menschen zu dieser Zeit auflaufen – nicht alle ganz nüchtern – häufen sich die Schäden in der Gegend. Die Stadt tut, was sie kann, um die Schäden und den Müll zu beseitigen, sagt Saarbrückens Bürgerreferent Robert Mertes. Zwischen der Bleichstraße und Paul-Marien- Straße reinige der Zentrale Kommunale Entsorgungsbetrieb (ZKE) täglich, auch am Wochenende. Zwischen Brebacher Landstraße und Paul- Marien-Straße fünf Mal wöchentlich und bei Bedarf auch am Wochenende. Zudem sei noch die Mobile Umweltkolonne des ZKE unterwegs.

Die Verursacher auf frischer Tat zu ertappen, sei schwierig. Die Polizei sei fast machtlos, sagt Saarbrückens Polizeichef Peter Becker. „Wenn uns Anwohner anrufen und wir Minuten später vor Ort sind, dann können wir meist auch die Personen dingfest machen. Von 13 Anrufen in den letzten vier Monaten wegen Ruhestörungen und Vandalismus in der Mainzer Straße konnten wir zwölf Fälle aufklären“, sagt Becker. Die Polizei fahre regelmäßig Streife in Saarbrücken. Rund zehn Streifen aus den drei Saarbrücker Dienststellen seien in der Stadt unterwegs, um schnell vor Ort zu sein, wenn was passiert. Insgesamt habe es in den letzten vier Monaten 15 Anzeigen wegen Sachbeschädigung und Vandalismus gegeben. Meist an Autos. Die Täter nachträglich zu ermitteln, sei in diesen Fällen erfolglos geblieben.  Polizeichef Becker sagt allerdings, dass für eine solch lange Straße, eine der Hauptverkehrsadern der Stadt, die Zahl der Fälle nicht Besorgnis erregend sei.



MEINUNG

Von SZ-RedakteurFabian Bosse Nicht jeder kann Party Ganz ehrlich. Es ist ein Armutszeugnis. Nicht für die Stadt und nicht für die Polizei. Für diejenigen, die es einfach nicht draufhaben, anständig Party zu machen und dabei noch Stil zu bewahren. Stockbetrunken Autospiegel abtreten, Blumen aus Kübeln reißen, Flaschen zerschmeißen und anderen damit den Sonntag zu ruinieren, ist ziemlich jämmerlich. Wer ein solches Imponiergehabe nötig hat, hat entweder keine richtigen Freunde oder ein ramponiertes Selbstwertgefühl. Vielleicht sogar beides.
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