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Woher kam die Schlange bei Homburger Fastnacht?

Blieskastel. Manche nahmen es mit Humor. Blieskastels Chef- Karnevalist Elmar Becker wird die Idee nachgesagt, in Zukunft ein Schild vor der Bliesgau- Festhalle aufzustellen: „Schlangen sind an der Leine zu führen.“ Andere nahmen den Vorfall im Veranstaltungssaal etwas ernster. Immerhin war Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer als Ehrengast da, begleitet von zwei Personenschützern. „Wie die reagiert hätten, wenn sie die Schlange in der Nähe der Ministerpräsidentin entdeckt hätten, möchte ich mir nicht ausmalen“, so ein Augenzeuge des Vorfalls. „Zum Glück hat ein großer Teil der Menschen im Saal von der Sache gar nicht so viel mitbekommen.“ Über die Herkunft der Schlange wurde auch gestern noch eifrig spekuliert. Zunächst wurde vermutet, die etwa ein Meter lange orange-rote Königsnatter könnte dem Reptilien- Zoo entwichen sein, der vier Woche zuvor in der Festhalle Station gemacht hatte.

Die Betreiber der Schau dementierten allerdings gestern auf Anfrage unserer Zeitung. „Wir vermissen keines unserer Tiere“, so eine Sprecherin des Unternehmens. Der Wormser Familienbetrieb, der neben einer über acht Meter langen Riesenschlange auch Alligatoren, Kaiser-Skorpione, Aga- Kröten unter anderem auch eine lebende Schildkröte mit zwei Köpfen – allerdings keine giftigen Schlangen – zur Schau stellt, wirbt auf seiner Internet- Seite sogar ausdrücklich damit, dass seine Tiere während der Ausstellung in geschlossenen Terrarien untergebracht sind, so dass keine Gefahren entstehen können. Die Firmensprecherin äußerte eine andere Vermutung. „Immer wieder werden uns auf unseren Schauen von Besuchern Tiere angeboten. Da wir keine Auffangstation sind, müssen wir ablehnen. Vielleicht hat ein Besucher seine Schlange einfach da gelassen oder sie im Umfeld der Halle ausgesetzt.“

Dass die Angelegenheit so schnell einem glimpflichen Ende zugeführt werden konnte, war in erster Line Alfred Sommer zu verdanken. Das Stadtratsmitglied war bereits im Saal, konnte die Schlange schnell als ungiftige Königsnatter identifizieren, mit Hilfe eines Stuhlbeines mit bloßen Händen einfangen und in einer Kunststoffbox abtransportieren. Sommer hält zu Hause in Blieskastel-Mitte selbst einige Königsnattern, eine Indigo- Natter und zwei kleinere Warane. „Die Schlange war sehr wehrhaft, körperlich in gutem Zustand, aber ziemlich gestresst.“ Jetzt sitzt sie in einem der Terrarien Sommers und wartet auf die nächste Schlangen- Fütterung, die wohl in der kommenden Woche ansteht.

Sommer ist noch nicht dazu gekommen, die Unterart zu bestimmen, zu der die recht helle Schlange gehört. Was mit der Schlange geschehen soll, ist ebenfalls noch unklar. „Ich werde jetzt mal mit dem Ordnungsamt Kontakt aufnehmen, wie es weitergehen soll“, sagte Sommer gestern Mittag im Gespräch mit unserer Zeitung. „Wenn sich kein Eigentümer meldet, und auch sonst niemand Ansprüche geltend macht, werde ich das Tier wohl behalten.“

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