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Wolf-Garten-Mitarbeiter bangen um Jobs

Wird die Produktion eingestellt? Wird die Firma verkauft? Verlieren knapp 500 Menschen ihre Arbeit? Das sind die Fragen, die die Mitarbeiter der angeschlagenen Firma Wolf-Garten derzeit beschäftigen.

Von SZ-Redakteur Rainer Ulm

St. Wendel/Betzdorf. Ausgemäht? Jedenfalls hat die Wolf-Garten GmbH & Co. KG mit ihren Werken in St. Wendel und im rheinland-pfälzischen Betzdorf am vergangenen Dienstag, 13. Januar, beim zuständigen Amtsgericht in Betzdorf, wo auch der Firmensitz ist, ein Insolvenzverfahren beantragt. Das bestätigte auf Nachfrage der Saarbrücker Zeitung gestern Wolf-Garten-Pressesprecher Manfred Eckermeier. Die Gartengerätefirma ist offenbar zahlungsunfähig, was 490 Mitarbeitern, davon 140 im St. Wendeler und 350 im Betzdorfer Werk den Arbeitsplatz kosten könnte.

Dabei hatte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Wolf-Garten-Gruppe Jürgen Hörmann noch vor nicht einmal eineinhalb Jahren vollmundig angekündigt, das Unternehmen wolle in seine beiden Standorte Betzdorf und St. Wendel bis 2012 "eine zweistellige Millionensumme in eine moderne High-Tech-Fertigung" investieren. Jetzt aber bestellte das zuständige Betzdorfer Amtsgericht den ortsansässigen Rechtsanwalt Klaus Ortmüller zum Insolvenzverwalter.

"Die Probleme haben sich angedeutet", sagte der Neunkircher IG-Metall-Sekretär Simon Geib. Offenbar habe sich ein Investor "verzockt", vermutet er. Zudem bestehe bereits seit drei Jahren ein Sanierungstarifvertrag, der kürzlich um ein halbes Jahr verlängert worden sei. "Schlimm" nannte er auch die Informationspolitik der Wolf-Garten-Geschäftsführung in Betzdorf: "Die Belegschaft hat von der Insolvenz aus dem Internet erfahren." Die St.  Wendeler Betriebsratsvorsitzende Barbara Dörr wollte die Insolvenz des Unternehmens nicht kommentieren, bestätigte aber, dass die Mitarbeiter nun um ihre Arbeitsplätze bangen.

Unter neuem Dach

2007 hatte Wolf-Garten noch "das beste Ergebnis in seiner Geschichte" gemeldet. Bereits 2004 war der rot-gelbe Wolf unter ein neues Dach geschlüpft. Damals wurde Deutschlands bekannteste Marke für Gartengeräte im gehobenen Preisbereich sowie für Dünger und Saatgut mit dem Wolfskopf-Logo verkauft. Hundert Prozent der Gesellschafteranteile des Familien-Unternehmens, das seit den 50er Jahren eine Produktionsstätte in St. Wendel unterhält, wurden von der neuen Wolf-Beteiligungsgesellschaft mbH mit Sitz in Düsseldorf unter Führung von Andreas Heeschen von den Familien-Eignern übernommen (wir berichteten). Die Geschäfte wurden aber weiterhin von Betzdorf aus geführt.

In der St. Wendeler Werkstraße werden Gartenhandgeräte und Scheren, von den kleinen Handgartenscheren bis zu vier Meter langen Baumscheren, sowie Metall-Bauteile, zum Beispiel Messer und Achsen für die Wolf-Garten-Rasenmäher, hergestellt. Der Jahresumsatz soll allein im St. Wendeler Werk bei etwa 25 Millionen Euro liegen. Gleichwohl muss das Unternehmen nicht rentabel genug gewesen sein - wofür das nun eröffnete Insolvenzverfahren sprechen dürfte.


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