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Wollte 20-Jährige ihr Baby verhungern lassen?

Saarbrücken. Wegen versuchten Totschlags an ihrem kleinen Sohn steht eine Saarbrückerin (20) seit Montag (22.11.2010) vor dem Landgericht Saarbrücken. Noch bevor die Angeklagte den Saal betrat, wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Wegen des „psychisch labilen Zustandes“ der Frau werde das für den gesamten Prozess gelten, wie der Vorsitzende Richter Michael Görlinger sagte.

Baby konnte in letzter Minute gerettet werden
Die Vorwürfe der Anklage wiegen schwer. Zwischen Ende 2009 und Anfang 2010 soll die Frau ihren damals neun Monate alten Sohn stark vernachlässigt haben. Das Kind war bis zum Skelett abgemagert, hatte offene Wunden und die Haut war mit Pilzen übersät. Auf der Intensivstation des Klinikums Saarbrücken wurde sein Leben in letzter Minute gerettet.

Mutter überlastet
Wenngleich die Staatsanwaltschaft der jungen Mutter wegen psychosozialer Überlastung und schweren Depressionen verminderte Schuldfähigkeit zubilligt, geht sie jedoch davon aus, dass sie ihr eigenes Interesse über das Lebensrecht des Kindes stellte. Dabei habe sie dessen Tod billigend in Kauf genommen.

Für das Gericht wird der Prozess einen Blick ins Elend bieten: Die Mutter ist minderbegabt, leidet immer noch unter Depressionen. Der Vater will mit seinem Sohn nichts zu tun haben, es gab bereits einen Vaterschaftsprozess. Die Mutter war in jeder Hinsicht überfordert.

Die Oma des Kleinen rief die Polizei
Erst im letzten Augenblick erkannte die Großmutter die Lage, informierte die Polizei und das Leben des Babys konnte gerade noch gerettet werden. Die junge Mutter kam in Untersuchungshaft und verbrachte ein paar Wochen im Zweibrücker Frauengefängnis. Der inzwischen zwanzig Monate alte Junge ist jetzt in einer Pflegefamilie. Es heißt, es gehe ihm gut, aber sein Zustand sei nicht optimal. jht



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