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ZF beendet Kurzarbeit in Saarbrücken

Der Saarbrücker Getriebehersteller ZF will mit einer Mischung aus dem Ende der Kurzarbeit und einer Produktion höherer Stückzahlen des weltweit neuen Acht-Gang-Automat-Getriebes die Wirtschaftskrise erfolgreich übewinden.

Von SZ-Redakteur Thomas Sponticcia

Frankfurt. Gerhard Wagner, Chef des Saarbrücker Standortes von ZF, hat ehrgeizige Planungen. So soll die Produktion der Acht-Gang-Automat-Getriebe schneller nach oben getrieben werden als zunächst erwartet. Geht man bis Jahresende von zunächst 15.000 Getrieben aus, soll die Zahl 2010 schon auf 300.000 erhöht werden.
„Das ist eine sehr aggressive Planung“, räumt Wagner auf der IAA gegenüber unserer Zeitung ein. Sie sei natürlich auch vom weiteren Konjunkturverlauf abhängig. Allerdings deuteten jüngste Auftragszahlen auf eine allmähliche Verbesserung der Lage hin.

Deshalb beendet ZF zum Monatsende auch die Kurzarbeit am saarländischen Standort. „Wir haben für Oktober keine Kurzarbeit mehr beantragt“, so Wagner. Dies soll möglichst auf Dauer so bleiben, hänge aber von einer Bewertung der Kundenbestellungen zum Jahresende ab. Wagner glaubt, dass das Acht-Gang-Automat-Getriebe sehr schnell auch einen Siegeszug in der Mittel- und Kompakt-Klasse antreten wird. „Es ist völlig natürlich, dass unsere Kunden zunächst ihre Flaggschiffe in der Oberklasse ausrüsten. Ich erwarte jedoch schon im kommenden Jahr die Einführung für die breite Masse“, so Wagner. ZF führe zudem bereits weltweit Gespräche mit den führenden Marken.

Klar ist der Einsatz im BMW 750 I 12 Zylinder, der auf der IAA mit der Saarbrücker Neuheit zu sehen ist. Das Acht-Gang-Automat-Getriebe sei für ZF der Weg aus der Krise, so Wagner. Auch Konzern- Chef Hans-Georg-Härter hat damit große Pläne. Es solle schon schnell rund 20 Prozent des Gesamtumsatzes im Konzern beitragen. Zumal am ZF-Stand auf der IAA in Halle 4 auch schon Hybrid-Varianten zu sehen sind.
Gegenüber der noch laufenden 6-Gang-Atomat-Version, die im Laufe der kommenden drei Jahre in Saarbrücken auslaufen wird, spart die neue Acht-Gang-Version noch einmal zwischen sechs und 7,5 Prozent Kraftstoff ein.
Neben Audi und Jaguar sei ZF weltweit derzeit mit allen führenden Autoherstellern im Gespräch, um die Neuheit aus Saarbrücken erfolgreich zu etablieren.


Meinung


Mut macht sich bezahlt

Der ZF Konzern hat übel unter dem Nachfragerückgang durch die Wirtschaftskrise zu leiden. Alleine im Bereich der Nutzfahzeuge kam es, je nach Markt, zu Einbrüchen um bis zu 85 Prozent. Das Gesamtjahr bringe dem Konzern einen Einbruch des gesamten Konzernumsatzes um ein Viertel auf noch 9,2 Milliarden Euro.
In einer solchen Situation sucht man nach Lichtblicken. Diese kommen aus Saarbrücken. Mit dem Acht-Gang-Automat-Getriebe hat der Konzern sehr ehrgeizige Pläne. Jetzt macht sich auch bezahlt, dass ZF schon vor und auch nicht in der Krise mit Ausgaben für Forschung und Entwicklung gegeizt hat. Das Acht-Gang-Automat-Getriebe als Weltneuheit ist das Ergebnis langjähriger intensiver Vorbereitungen. Dieser Mut zahlt sich jetzt aus. Die Neuheit trägt dazu bei, den gesamten Konzern aus der Krise zu führen.


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