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Zahl der Raucher im Saarland geht zurück: Einstiegsalter auf 18,1 Jahre gestiegen

Saarlands Raucher sind erwachsen geworden. Laut bisher unveröffentlichten Zahlen des Statistischen Landesamtes ist hierzulande das Einstiegsalter für Raucher zwischen 2005 und 2013 von 17,1 auf 18,1 Jahre angestiegen. Im Rahmen des sogenannten Mikrozensus' waren die Saarländer auch zu ihren Rauchgewohnheiten befragt worden. Günther Deegener, Vorsitzender des Deutschen Kinderschutzbundes im Saarland, freut sich über die positive Entwicklung. „Je später junge Menschen anfangen, umso besser ist es“, sagte er der SZ. Der Diplom-Psychologe erzählt, er habe selbst im Alter von 15 Jahren die erste Zigarette geraucht und sehe sich als Raucher heute als „negatives Vorbild für junge Menschen“. Er und sein Verein engagieren sich seit Jahren gegen Tabakkonsum bei Jugendlichen, erst jüngst durch die Internet-Kampagne „Cool erziehen“.

Tatsächlich scheinen nicht nur die weiter steigenden Zigarettenpreise, sondern auch Anti-Raucher-Kampagnen Früchte zu tragen. Laut den Zahlen des Statistischen Landesamtes qualmen immer weniger Saarländer. Zwischen 2005 und 2013 sank der Anteil der Raucher an der Gesamtbevölkerung, die sogenannte Raucherquote, von 26,2 Prozent auf 23,6 Prozent. Auch die Zahl der regelmäßigen Raucher ging von 22,5 auf 20,1 Prozent zurück. Die Zahl der Gelegenheitsraucher sank zeitgleich von 3,8 auf 3,4 Prozent.

Dr. Thomas Dapper, Facharzt für Lungenerkrankungen in Saarbrücken , beobachtet diesen Trend seit Langem auch auf Bundesebene. Dort sei die Zahl der Raucher in den vergangenen zehn Jahren deutlich zurückgegangen, so Dapper. Der Facharzt, der auch viele Raucher unter seinen Patienten hat, führt den Rückgang allerdings vorrangig auf die Altersgruppe ab 35 zurück. Sorgen bereite ihm, dass immer mehr junge Mädchen rauchten. Diese Entwicklung beobachtet auch der Krankenpfleger Ralph Bauer, der am Kreiskrankenhaus St. Ingbert gemeinsam mit einer Krankenschwester unter dem Namen „Rauchfrei Saar“ eine Raucherentwöhnungstherapie anbietet. Während die Zahl der älteren Raucherinnen abnehme, habe die Zahl der jungen Raucherinnen „mit Sicherheit zugenommen“, so Bauer. Rauchen sei mittlerweile „nicht mehr nur männlich besetzt“. Tatsächlich lässt sich auch im Saarland beobachten, dass die Zahl der weiblichen Raucher weniger abnimmt als jene der Männer. Während die Zahl der männlichen Tabakkonsumenten zwischen 2005 und 2013 um 14 Prozent zurückging, fiel die der Frauen im selben Zeitraum nur um sieben Prozent. 2013 rauchte mehr als jeder vierte Mann (26,6 Prozent) und immer noch jede fünfte Frau (20,4 Prozent).
Ein weiterer Befund: Raucher sind öfter krank als Nichtraucher . Laut dem Mikrozensus waren 2013 insgesamt 18,2 Prozent der Raucher krank, wohingegen nur 14,2 Prozent der Nichtraucher zum Zeitpunkt der Befragung an einer Krankheit litten. Auf Grund der zurückgehenden Raucherzahlen erwartet Lungenspezialist Dapper eine „langfristige Verbesserung der Volksgesundheit“. Soll heißen: Bald geht es allen Saarländern gesundheitlich besser. 90 Prozent der männlichen und immerhin 60 Prozent der weiblichen Lungenkrebstoten seien schließlich allein auf das Rauchen zurückzuführen. 2013 starben im Saarland 746 an der auch „Raucherkrebs“ genannten Krankheit. Da sich gesundheitliche Auswirkungen des Rauchens und auch des Abgewöhnens Jahre später zeigen, erwartet Dapper jedoch erst in zehn Jahren eine Kehrtwende bei den Sterbezahlen. Eines, so Dapper weiter, habe sich dennoch nicht geändert: „die Einnahmen für (den Finanzminister) Wolfgang Schäuble “. Durch die in den vergangenen Jahren gestiegene Tabaksteuer zahlten die verbliebenen Raucher für die Aussteiger mit.
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