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Zahl der registrierten Taschendiebstähle im Saarland steigt um 73 %

Es ist ein Montagmittag, kurz nach zwölf Uhr, als Marianne H. aus einem Neunkircher Einkaufsmarkt kommt – um rund 300 Euro leichter, obwohl sie nichts eingekauft hat. Ein Unbekannter hatte unbemerkt den Reißverschluss ihrer Umhängetasche geöffnet und ihr Portemonnaie gestohlen, als sie an der Kasse anstand. „Schlimmer noch als der Verlust des Geldes ist, dass man so machtlos ist“, sagt Marianne H. nachher. Wie ihr geht es immer mehr Menschen im Saarland. Sie werden Opfer von Taschendieben.

Die Zahl der Taschendiebstähle im Saarland ist in den vergangenen Jahren analog zur bundesweiten Entwicklung drastisch angestiegen, wie aus der Kriminalitätsstatistik der saarländischen Polizei hervorgeht. Während im Jahr 2008 noch 693 Taschendiebstähle gemeldet wurden, waren es im Jahr 2013 bereits 1299 Fälle. Im vergangenen Jahr stieg ihre Zahl dann noch einmal um sage und schreibe 73 Prozent gegenüber 2013 an, nämlich auf insgesamt 2247 registrierte Fälle.

Nach Polizeiangaben steht die Zunahme in Zusammenhang mit der ebenfalls deutlich gestiegenen Zahl der Wohnungseinbrüche im Saarland ( Jahr 2013 : 2095 Wohnungseinbrüche ; Jahr 2014 : 2485). Erhebungen hätten gezeigt, dass hier wie dort professionelle, international agierende Täter beziehungsweise Tätergruppen am Werk seien, so die Polizei . Dies erschwere die Ermittlungen. Tatsächlich können auch nur wenige Fälle aufgeklärt werden. Die Aufklärungsquote betrug so etwa im vorigen Jahr nur 5,2 Prozent. Taschendiebstähle kommen laut Polizei verstärkt in Einkaufszentren und auf Großveranstaltungen vor, wo die Menge der Kunden beziehungsweise Besucher den Tätern einen gewissen Schutz biete.

Allerdings stelle man auch fest, „dass die Opfer es den Tätern oft allzu leicht machen. Arglos werden größere Bargeldbeträge mitgeführt, Geldbeutel offen und unbeobachtet in Einkaufstaschen abgelegt“, teilt die Polizei mit. Angesichts dessen setze die Polizei auf Aufklärung: In Einkaufsmärkten, an verkaufsoffenen Sonntagen und bei Großveranstaltungen (etwa dem Saarbrücker Weihnachtsmarkt) seien Polizeibeamte unterwegs, um die Bürger auf die Diebstahlsgefahr hinzuweisen und um vorbeugende Verhaltenstipps zu geben. Zum Beispiel: Taschen immer schließen, Rucksack im Gedränge vor der Brust tragen und Augen aufhalten. Sollte man dennoch Opfer von Taschendieben werden, empfiehlt die Polizei , umgehend Anzeige zu erstatten.
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