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Zaun soll Wildschwimmer von Nonnweiler Talsperre fern halten

Die Talsperre in Nonnweiler.

Die Talsperre in Nonnweiler.

Die Talsperre Nonnweiler ist mit ihrem 13 Kilometer langen Rundweg ein beliebtes Ziel für Wanderer und Radfahrer. Sie sind am Stausee auch ausdrücklich erwünscht. Doch gerade wenn es heiß wird, zieht das Gewässer auch ungebetene Gäste an. Sie genehmigen sich dort ein Bad, obwohl das nicht erlaubt ist und rund um den See etliche Schilder deutlich auf dieses Verbot hinweisen. Der wichtigste Grund dafür: Der Stausee dient unter anderem als Trinkwasserreservoir und versorgt seit 1999 auch die VG Hermeskeil mit diesem kostbaren Gut.

Mit Hunden ins Wasser

Doch es gibt immer wieder Leute, die sich nicht an das Badeverbot halten. „Das Problem des wilden Schwimmens gibt es schon seit vielen Jahren. Zeitweise hatte sich sogar ein regelrechter illegaler Badetourismus entwickelt“, weiß Hartmut Heck, der erste Beigeordnete der VG. Der Chef des Talsperrenverbands Heinz Luxenburger bestätigt das. „Wir haben schon mal an einem Tag 250 Leute gezählt, die im See schwimmen waren.“

Manche nahmen ihren Hund gleich mit ins Wasser. Andere packten ihr Surfbrett aus oder paddelten mit Schlauchbooten. „Aus hygienischen Gründen ist das natürlich nicht gut für die Wasserqualität. Vor allem, wenn die Leute dick mit Sonnenmilch eingecremt sind“, betont Luxenburger. Die neuralgischen Stellen sind dabei altbekannt. Größtenteils geht es zwar steil zum Seeufer hinunter. Es gibt aber auch einem Bereich mit einem flacheren Zugang. Er beginnt auf der östlichen Seeseite rund einen Kilometer hinter dem Staudamm.

Wegen der nahe gelegenen L.166/L.147 zwischen Neuhütten und Otzenhausen ist dieser Abschnitt, nachdem das Auto am Straßenrand geparkt ist, auch ohne längeren Fußmarsch erreichbar. Luxenburger weist ausdrücklich darauf hin, dass schon in den zurückliegenden Jahren einiges getan wurde, um den unerwünschten Badetourismus einzudämmen. So wurden vor dem beliebtesten „Parkplatz“ an der Straße Leitplanken installiert und der Zuweg zum See mit einer Schranke versperrt.

Am Uferweg stellte der Talsperrenverband zunächst einen Zaun mit Eichenholzpfählen, „damit der optische Eingriff nicht so auffällt“. Wie sich zeigte, schreckte das aber etliche Badegäste nicht davon ab, unter dem Zaun durchzukriechen. Zwar ist laut Luxenburger der Badebetrieb in der jüngeren Vergangenheit schon spürbar zurückgegangen. „Im Vergleich zu Spitzenzeiten sind es vielleicht noch 15 Prozent.“ Dennoch wollten die Verantwortlichen die Talsperre mit Blick auf die Wasserqualität noch besser vor den illegalen Badegästen schützen. Deshalb wurde jetzt auf fast zwei Kilometer Länge ein Maschendrahtzaun mit massiven Pfosten aufgestellt. Das letzte Stück wurde Mitte der Woche montiert. Insgesamt hat der Verband 120 000 Euro investiert.

„Ganz wird man das Baden zwar nicht verhindern können. Wir gehen aber davon aus, dass es in Zukunft nur noch vereinzelt vorkommt“, so Luxenburger. Die VG Hermeskeil begrüße das Vorgehen des Talsperrenverbands, betont Heck. Und auch die Besucher, die der TV für seine Umfrage am Stausee trifft, zeigen Verständnis: „Wenn aus dem See Trinkwasser gewonnen wird, ist es vernünftig, dass dort Baden verboten ist und man Leute daran hindert, es trotzdem zu machen“, sagt Cordula Wolf aus Neunkirchen. Und Norbert Bothen aus Saarwellingen betont: „Es gibt doch in der Nähe genug Badeseen, zum Beispiel in Losheim oder den Bostalsee.“


HINTERGRUND

Der Bau der Talsperre Nonnweiler, die häufig auch Primstalsperre genannt wird, begann 1978. Seit März 1982 ist sie in Betrieb. Wenn der Stausee voll ist, enthält er als Speicherraum eine Menge von 20 Millionen Kubikmetern Wasser.
Davon stehen rund 10 Millionen Kubikmeter als Kühlwasser für saarländische Kraftwerke – unter anderem in Bexbach und Fenne – zur Verfügung. Etwa 5,5 Millionen Kubikmeter sind für die Trinkwasserversorgung reserviert – unter anderem seit 1999 für die VG Hermeskeil. Zu 95 Prozent wird die Talsperre Nonnweiler mit Wasser gespeist, das aus Rheinland-Pfalz kommt – vor allem aus dem Altbach und der Prims, die im Bereich Neuhütten/ Züsch beziehungsweise Damflos entspringen.

Die Oberfläche der Talsperre ist rund 100 Hektar groß. Das entspricht etwa 140 Fußballfeldern. Zum Vergleich: Die Riveris-Talsperre hat eine Wasseroberfläche von 27,2 Hektar und einen Stauraum von knapp 4,6 Millionen Kubikmeter Wasser. Der Keller Stausee hat eine Fläche von 15 Hektar und fasst 0,5 Millionen Hektar Wasser. Die Talsperre Nonnweiler liegt zu 42 Prozent auf rheinland-pfälzischen Boden. ax
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