A623 Friedrichsthal Richtung Saarbrücken Zwischen AS Saarbrücken-Herrensohr und Autobahnauffahrt Anschluss A623 Gefahr durch defektes Fahrzeug, Standstreifen blockiert (10:05)

A623

Priorität: Sehr dringend

19°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
19°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Zeckenbisse: Borreliose wird meldepflichtig

Saarbrücken. Das saarländische Gesundheitsministerium plant die Einführung einer Meldepflicht für Borreliose-Erkrankungen. Die gibt es bislang in keinem westdeutschen Bundesland. „Die geplante Verordnung über die Erweiterung der Meldepflicht für Infektionskrankheiten soll voraussichtlich noch im ersten Quartal 2011 in Kraft treten“, sagt eine Ministeriums-Sprecherin. Dabei arbeite das Saarland eng mit Rheinland-Pfalz zusammen, das die Meldepflicht für die hauptsächlich durch Zecken übertragene Infektionskrankheit ebenfalls einführen will. Somit muss künftig jeder Fall von Borreliose ans Gesundheitsamt gemeldet werden.

Zahlen sollen her
„Mit der Einführung der Meldepflicht sollen verlässliche Zahlen hinsichtlich der Häufigkeit von Erkrankungen an Borreliose ermittelt werden“, heißt es aus dem Ministerium. So solle eine systematische Bestandsaufnahme der Zecken und anderer Überträger in verschiedenen Landschaftsräumen der beiden Bundesländer ermöglicht werden. Geplant sei eine Gefährdungskartierung für Gebiete im Saarland und Rheinland-Pfalz. Die Neuregelung dient also vor allem der Prävention. Bereits Erkrankte werden nicht direkt tangiert.

Borreliose wird durch Bakterien hervorgerufen, die vor allem durch Zeckenstiche – umganssprachlich auch Zeckenbisse genannt – übertragen werden. Die Krankheit ist nicht ansteckend, eine Impfung ist nicht möglich. Zu unterschätzen ist Borreliose nicht, auch wenn die Saarbrücker Fachärztin für Allgemeinmedizin, Dr. Andrea Diehl, eine Hysterie angesichts zunehmender Erkrankungen für unangebracht hält.  Die Krankheit lasse sich vor allem bei früher Diagnose gut behandeln. „Borreliose wird dann gefährlich, wenn sie nicht behandelt wird und das Immunsystem des Erkrankten schwach ist“, sagt Diehl.

Aufklärung wichtiger als Meldepflicht 
Ähnliches sagt Dr. Beatrice Gospodinov, Allgemeinmedizinerin in Saarbrücken: „Borreliose kann ab dem zweiten Stadium gefährlich werden.“ Ab dann könne die Krankheit die Gelenke und das Nervensystem angreifen. Dabei können irreparable Schäden entstehen. Doch meistens werden Erkrankte rechtzeitig gewarnt: Im ersten Stadium bildet sich in der Regel auf der Haut ein ringförmiger Ausschlag. Dann sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden, der die Infektion mit Antibiotika in den Griff bekommen kann.

Die Meldepflicht halten beide Ärztinnen nicht für zwingend notwendig. „Dadurch wird man keinen Fall von Borreliose verhindern“, sagt Diehl. Auch Gospodinov glaubt nicht, dass die Meldepflicht einen großen Effekt haben wird. „Die Betrachtung der Krankheit ändert sich dadurch nicht.“ Das wichtigste sei Aufklärung. Bei einem Zeckenstich sollte der Parasit so schnell wie möglich vollständig entfernt werden.

Auf einen Blick
Der Schutz vor Zeckenstichen ist laut Gesundheitsministerium der beste Schutz vor Borreliose. Infektionen erfolgen überwiegend von März bis Oktober. Zecken halten sich vor allem in bodennaher Vegetation (vor allem hohes Gras, Strauchwerk, Farne), aber auch in Wäldern auf. In solchen Risikogebieten empfiehlt sich Kleidung, die viel Körperfläche bedeckt. Gründliches Absuchen des ganzen Körpers nach Zecken und rasches Entfernen verringert das Risiko einer Infektion. Gärten können „zeckenfeindlich“ gestaltet werden, indem der Rasen kurz gehalten wird. gda


Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein