L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Zehn Prozent der Saar-Notrufe keine Ernstfälle

Saarbrücken. Täglich läuten bei Polizei, Rettungsdiensten und der Feuerwehr die Notruftelefone. Doch nicht immer entpuppt sich der Alarm als ein echter. Böswillige Fehlalarme sind zwar die Ausnahme, wie eine SZ-Umfrage ergab, können aber den Täter teuer zu stehen kommen.

„Wenn es bei uns zu einem Einsatz kommt, bei dem letztendlich keine Rettungsfahrt notwendig ist, sprechen wir von einer Leerfahrt, da der Begriff ‚Fehlalarm’ eine böse Absicht unterstellt“, erklärt der Sprecher des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Saar (ZRF), Lukas Hoor. Die dem Verband angegliederte Rettungsleitstelle koordiniert alle Einsätze an die zuständige Rettungswache im Saarland.

Von den etwa 75.000 Einsätzen in der Notfallrettung sowie den zirka 110.000 Krankentransporten im vergangenen Jahr seien rund zehn Prozent Leerfahrten gewesen, sagt Hoor. „Das ist unser täglich Brot. Gerade bei Verkehrsunfällen kann der Laie oft nicht einschätzen, ob ein Einsatz notwendig ist.“ Es komme auch vor, dass besorgte Angehörige den Krankenwagen riefen, der Notarzt aber keine stationäre Behandlung als notwendig erachte. Für eine solche Leerfahrt werden dem Anrufer keine Kosten in Rechnung gestellt. Bei einem vorsätzlichen Fehlalarm werden hingegen für den Einsatz eines Rettungswagens ohne Notarzt rund 300 Euro fällig, mit Notarzt zirka 600 Euro. „Beim Rettungsdienst kommt das sehr selten vor“, meint Hoor und erinnert sich an einen Fall, bei dem ein Notruf nach einem Krankenwagen aus einer Kneipe kam, aber die Sanitäter vor Ort weder Verletzten noch Anrufer fanden. „Zwar hat die Polizei ermittelt, konnte den Anrufer jedoch nicht ausfindig machen.“ Die Kosten trage letztlich die Allgemeinheit.



Zu Leerfahrten kommt es auch bei der Freiwilligen Feuerwehr St. Wendel. Durch verschärfte Vorschriften gebe es immer mehr Brandmeldeanlagen, berichtet Pressewart Stefan Grevener. Dies sei als vorbeugende Maßnahme zu begrüßen, doch schlügen die Melder unter Umständen falschen Alarm. „Das kann etwa bei Bauarbeiten passieren oder bei zu warmen Temperaturen in einer Küche.“ Böswillige Fehlalarme gebe es in St. Wendel sehr wenige. „Wenn es 15 bis 20 in einem Jahr sind, sind es schon viele“, sagt Grevener und erzählt vom letzten Zwischenfall: „Vor einer Woche haben Kinder einen Notruf abgesetzt, dass es in einem Zimmer ihrer Wohnung brenne, was sich als nicht zutreffend herausgestellt hat.“

Werde die Notrufnummer der Polizei von Kindern missbraucht, werde der Vorfall nicht aktenkundig, so der Sprecher der Landespolizeidirektion Saarbrücken, Georg Himbert. Könne ansonsten der Täter ausfindig gemacht werden, etwa über die Nummernanzeige beim Telefon, müsse er die Kosten übernehmen. „Das Strafgesetzbuch sieht hier unter Umständen eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe vor“, erklärt Himbert weiter. Insgesamt hat die Polizei im vergangenen Jahr 279 Anzeigen wegen Missbrauch der Notrufnummer gestellt, viele davon gegen Unbekannt. Bis Oktober 2009 seien es 175 Fälle gewesen. Im Vergleich dazu liegt die Zahl der Anzeigen bis Oktober 2010 mit 145 leicht darunter. Daneben verzeichnet die Polizei technische Fehlalarme etwa bei Einbruchsmeldern an Geschäften, die etwa durch Sturm oder technische Pannen die Polizei alarmieren. „Bei einem solchen Fehlalarm wird eine Gebühr fällig“, sagt Himbert. Doch auch hier sei die Zahl der ungerechtfertigten Alarmierungen leicht rückläufig. Wurden bis August 2009 1526 solcher Fälle verzeichnet, waren es in diesem Jahr nur 1449. Insgesamt verzeichnet die Polizei für 2009 1867 technische Fehlalarme.
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