Saarland: Saarwellingen, Bahnhofstraße, Unfall, Verkehrsunfallaufnahme durch Polizei, Vollsperrung der Bahnhofstraße vom Einmündungsbereich Sonnenstraße bis Einmündungsbereich Lebacher Straße. (17:41)

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Zeit für neue Entwicklung im Saarbrücker Luisenviertel?

2,8 Millionen Euro hat die Stadt in die Erneuerung der Eisenbahnstraße investiert. Nun seien die Hausbesitzer gefordert, sagte Oberbürgermeisterin Charlotte Britz im November vergangenen Jahres bei der Einweihung. Er beziehungsweise sein Vater Rolf, der im Dezember starb, haben sich schon immer gefordert gesehen, sagt Ralf Konrad.

Seine Familie habe auch als Eigentümerin der Metzgerei und einiger Häuser (unter anderem des Garellyhauses) immer die Entwicklung des Stadtteils im Blick gehabt.

Ein Jahr nach Fertigstellung der Straße, stellt Konrad fest, dass sie sich von der „schwierigen Baustellenphase“ nicht erholt hat. Es gebe keinen Plan, für das Luisenviertel. Für Konrad drängt sich aber eine Idee auf: Das Viertel könne sich zum Genusses-Quartier entwickeln. Der Vorschlag sei „nicht uneigennützig“, räumt Konrad ein. Die Metzgerei, die Bäckereien , das Eiscafé und einige Restaurants im Umfeld könnten den Grundstock bilden. Läden mit Obst und Gemüse, mit italienischen Spezialitäten und Kostbarkeiten aus anderen Ländern sollten dazukommen.

Einen „funktionellen Zusammenhang“ nennt Konrad das. Und sagt in Richtung der anderen Hausbesitzer: „Ich glaube nicht, dass die Eisenbahnstraße funktionieren wird, wenn jeder Hausbesitzer sich irgendeinen Laden reinholt.“ Kleidung und Schuhe seien zum Beispiel Produkte, die in den Einkaufsstraßen auf der anderen Saarseite stark sind. Es bringe nichts, in Alt-Saarbrücken dagegen ankämpfen zu wollen. Konrad will im kommenden Jahr Fachgeschäfte aus der Lebensmittelbranche einladen, um sie vom Luisenviertel zu begeistern.

„Eine prima Idee“, findet Peter Strobel , der Vorsitzende der Stadtrats-CDU. Er hatte im Wahlkampf eine Markthalle für Saarbrücken gefordert. „Einkaufen und vor Ort auch essen können – dass macht eine Markthalle aus. Wenn das in der Eisenbahnstraße ohne Halle klappt, dann könnte es passen“, sagt er. Konrad hofft, dass die Stadtverwaltung ebenfalls zu begeistern ist und hilft.

 

Meinung:
 

Kein Ding der Unmöglichkeit

Von SZ-RedakteurMartin Rolshausen

Geschäftsleute und Bewohner eines Viertels zusammenbringen, Identität schaffen, das Quartier ins Gespräch bringen, es spannend machen, dadurch interessante Leute anlocken, Leerstände füllen – was Ralf Konrad formuliert, klingt abenteuerlich, fast unmöglich. Und der ein oder andere wird abwinken und sagen, dass das Luisenviertel eben seine besten Zeiten hinter sich hat.

Ja, was Konrad vorschwebt, ist eine gewaltige Aufgabe, aber es ist kein Ding der Unmöglichkeit. Eine Gruppe Saarbrücker hat nämlich schon an einer anderen Ecke der Innenstadt bewiesen, dass es sich lohnt, den Schulterschluss mit den Nachbarn zu suchen, Ideen zu entwickeln und dann auch für deren Umsetzung zu kämpfen: die Interessengemeinschaft Mainzer Straße.

Dort haben Geschäftsleute und Bewohner 2001 nicht nur ihr erstes Nachbarschaftsfest gefeiert, sondern auch angefangen, miteinander über die Entwicklung ihres Viertels zu reden – und die Stadtverwaltung zu nerven. Mit Erfolg.

 

Zum Thema:

Luise Auguste Wilhelmine Amalie, Herzogin zu Mecklenburg, lebte von 1776 bis 1810, war als Gemahlin König Friedrich Wilhelms III. Königin von Preußen und ist die Namensgeberin des Alt-Saarbrücker Luisenviertels. Sie war wohl nie selbst in Saarbrücken, dennoch wurde nach ihr hier ein Park benannt, den es nicht mehr gibt, sowie die Luisenbrücke. Außerdem steht in der Altneugasse der Luisenbrunnen. Der Kult um die beliebte, mit einem Engel verglichene Luise sollte, so sagen Historiker, „preußische Frauentugenden“ populär machen. ols
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