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Zensus: Viele Fragebögen noch nicht zurück geschickt

Saarbrücken. Zahlreiche Saarländer haben in den vergangenen Tagen Post vom Statistischen Landesamt erhalten. In dem Schreiben wird behauptet, die Empfänger hätten die Erhebungs- Unterlagen für die Gebäude- und Wohnraumzählung im Rahmen des „Zensus 2011“, die ihnen Mitte Mai zugegangen wären, noch nicht zurück geschickt. Das Amt weist diesbezüglich auf die gesetzliche Auskunftspflicht hin. „Bitte berücksichtigen Sie, dass bei Verweigerung der Auskunft ein Zwangsverfahren eingeleitet werden müsste“, heißt es in dem Schreiben. Wie viele andere SZ-Leser hat auch Daniel Bauer aus Saarbrücken diese Mitteilung erhalten. Er beklagt sich massiv: „Das ist eine Frechheit. Ich habe den Fragebogen umgehend zurückgeschickt“, stellt er klar.

Die Versuche des Bürgers, über die angegebene Hotlinenummer Kontakt mit dem Amt aufzunehmen, seien gescheitert: „Da war zwei Tage ständig besetzt“, klagt er. Deshalb habe Bauer bei der Zentrale nachgefragt. Dort habe man ihm gesagt, dass die Telefonanlage des Amtes zusammen gebrochen wäre. Ein anderer SZ-Leser-Reporter macht sich um den Datenschutz sorgen: „Wo sind die Bögen denn gelandet, wenn sie dem Amt nicht vorliegen?“, fragt er. Michael Sossong, Leiter des Statistischen Landesamtes, erklärt, dass es sich bei dem für ihn „freundlichen Erinnerungsschreiben“ um ein bundesweit übliches Verfahren handele. Von den 360 000 Gebäudeeigentümern im Saarland, die man angeschrieben habe, hätten rund 80 Prozent ihre Fragebögen bereits zurückgeschickt.



Von etwa 70 000 stünden die Daten noch aus. Dass unter den angeschriebenen Bürgern auch solche sind, die die Erhebungs- Unterlagen in der Zwischenzeit bereits eingesendet haben, sei bei diesem Massen-Verfahren nicht zu vermeiden. Zwischen dem Stichtag und der Versendung der Briefe gebe es eine „wochenlange Überlappung.“ Andererseits wollte Sossong aber auch nicht ausschließen, dass noch nicht alle eingegangen Bögen „umfassend bearbeitet“ worden seien oder dabei in Einzelfällen passiert sein könnten.

Dafür, dass die Daten, wie von dem SZ-Leser-Reporter gefürchtet, woanders gelandet sein könnten, gebe es für ihn dagegen keine Anhaltspunkte. Tatsache ist aber, dass das Mahnschreiben für einen Kollaps der Telefonanlage des Amtes gesorgt hat: „Am Donnerstag hatten wir über 7 000 Anfragen“, räumt der Amtsleiter ein. Darunter seien aber auch viele Bürger gewesen, die die Bögen gar nicht erhalten hätten oder vor der Rücksendung noch Fragen dazu gehabt hätten. Für Sossong ist die Aktion, über deren Kosten er keine Zahlen parat habe, deshalb bereits jetzt ein Erfolg: Am Freitag sei die Zahl der Online-Rückmeldungen in die Höhe geschnellt.
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