L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Priorität: Dringend

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Zentrale: Saarland hilft Praktiker bei Mietkosten

Für die Rettung von 180 Praktiker-Arbeitsplätzen im Saarland hat sich das Land auch finanziell engagiert: Für 10,4 Millionen hat die landeseigene Saarland Bau und Boden (SBB) das Verwaltungsgebäude von einem offenen Immobilienfonds übernommen, um es jetzt zu günstigeren Konditionen an Praktiker weiterzuvermieten. Im Gegenzug werden die 180 Arbeitsplätze nicht, wie geplant, an Subunternehmer ausgelagert, sondern die Mitarbeiter werden weiterbeschäftigt.

„Letztlich ist es ein Gewinn für beide Seiten“, verteidigt Wirtschafts-Staatssekretär Jürgen Barke (SPD) den Kauf. „Auf der einen Seite sind wir natürlich interessiert, die Arbeitsplätze zu erhalten. Auf der anderen Seite hätte der Standort aber auch ein Problem, wenn solch ein Objekt lange leer steht“, sagt Barke. „Weil wir durch den Kauf jetzt die Verfügungsgewalt über die Immobilie haben, ist schon in absehbarer Zeit wieder mit einer Vollvermietung zu rechnen.“
Auch Thomas Schuck, Geschäftsführer der SBB, ist überzeugt, mit dem Kauf ein gutes Geschäft gemacht zu haben: „Das Gebäude ist in einem hervorragenden Erhaltungszustand und seinen Preis durchaus wert“, sagt er. Aktuell seien zwei Drittel zum gleichen Quadratmeterpreis wie bisher an Praktiker vermietet, für den Rest gebe es bereits mehrere Interessenten. „Es gibt mehrere Unternehmen, die große Flächen mit guter Verkehrsanbindung und ausreichend Parkraum zu bezahlbaren Preisen suchen“, sagt Schuck. „All das kann dieser Standort bieten.“

Joachim Malter, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der saarländischen Unternehmensverbände (VSU), ist trotzdem über den Schritt der Regierung nicht glücklich: „Die Wirtschaft begehrt zwar immer nach Subventionen, aber im Grunde bin ich der Auffassung, dass es solch eine verdeckte Subvention nicht geben sollte“, sagt Malter. Die Politik könne nicht immer als Retter in der Not auftreten, nur weil schlechte Nachrichten drohen. Letzlich hatte sich Praktiker selbst in eine Zwangslage gebracht, weil der damalige Sanierer Thomas Fox Ende 2011 einen Umzug der Zentrale nach Hamburg beschlossen hatte, obwohl für den Standort Kirkel ein langfristiger Mietvertrag bestand. Eine Zwangslage, die nun durch die politische Hilfe gelöst wurde. „Aus Sicht der Wirtschaft würde ich sagen: Das ist nicht in Ordnung“, sagt Malter.

Barke geht trotzdem davon aus, dass es immer wieder zu ähnlichen Hilfen kommen wird: „In den kommenden Jahren entscheidet sich die Zukunft der Industriearbeitsplätze im Saarland. Bei Unternehmen, bei denen wir Zukunftschancen sehen, werden wir auch über kritische Phasen helfen“, sagt Barke.

Unterdessen fordert der Linken-Politiker Oskar Lafontaine von Praktiker mehr Mitspracherechte für die Belegschaft ein. Dies sei nur selbstverständlich, „wenn das Land 10,4 Millionen Euro aufwendet, um saarländische Arbeitsplätze zu erhalten“, sagte Lafontaine.
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