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Zeugen belasten Angeklagten im Mord-Prozess schwer

Im Prozess um den gewaltsamen Tod einer 77-jährigen Frau in Homburg drehte sich gestern alles um die Aussage eines ehemaligen Strafgefangenen. Während gemeinsamer Hofgänge soll einer der Angeklagten sein Gewissen erleichtert haben.

Im Prozess um den gewaltsamen Tod einer 77-jährigen Frau in Homburg drehte sich gestern alles um die Aussage eines ehemaligen Strafgefangenen. Während gemeinsamer Hofgänge soll einer der Angeklagten sein Gewissen erleichtert haben.

Saarbrücken/Homburg. Ein Angeklagter im Prozess um den Mord an einer 77-jährigen Rentnerin in Homburg ist gestern von einem Zeugen schwer belastet worden. Im Zeugenstand vor dem Saarbrücker Schwurgericht stand ein 33-jähriger Franzose. In der Saarbrücker Justizvollzugsanstalt soll er sich mit einem der Tatverdächtigen angefreundet haben. Der Belastungszeuge verbüßte wegen versuchten Raubes eine 28-monatige Freiheitsstrafe. „Eines Tages ging ich an seiner Zelle vorbei. Es ging ihm nicht gut“, berichtete der Belastungszeuge über den Tatverdächtigen. Die Kriminalpolizei hatte dem Angeklagten kurz zuvor Fragen zu dem Mordfall in Homburg gestellt. Ein, zwei Tage später habe der Belastungszeuge dann beim Hofgang den Tatverdächtigen gefragt, wieso dieser in einen Mordfall verwickelt sei. Daraufhin habe dieser erzählt, dass er mit zwei weiteren Personen zu der Frau gegangen sei, weil ein Bekannter dort Schrott abgeholt und dabei festgestellt hatte, dass die Dame zahlreiche Gold- und Wertsachen in ihrem Besitz habe.

Der ebenfalls angeklagte Schrotthändler, der bei dem Mordanschlag Schmiere gestanden haben soll, kam auf Empfehlung einer Schwester oder Schwägerin der Ermordeten mit dem späteren Opfer in Kontakt. Nach Darstellung des Belastungszeugen seien der Angeklagte und seine zwei Kumpanen ins Haus gegangen und wären von der Dame überrascht worden. Daraufhin habe der Angeklagte die Frau festgehalten, einer der anderen hätte „den Rest“ erledigt. Beim Überfall wurde jedoch weder Geld noch Gold erbeutet. „Das Ganze war umsonst. Es war die größte Dummheit meines Lebens“, soll der Angeklagte nach Darstellung des Belastungszeugen später gesagt haben.
Als Gegenleistung für seine Aussage hat der Zeuge eine vorzeitige Haftentlassung und die Abschiebung nach Frankreich erreicht. Über den Angeklagten sagte der Zeuge gestern: „Er ist gut-dumm; von sich aus hätte er das nicht gemacht.“ Mit der Vergünstigung für seine Aussage ist der Zeuge nicht ganz zufrieden. Er habe schon nach einem Drittel der Haftzeit mit Entlassung gerechnet. Der Prozess wird Mitte Februar fortgesetzt. jht



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