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Zirkus Charles Knie gastiert in Burbach – Tierschützer protestieren

Tiertrainer Tom Dieck jr. vergisst auch beim Training mit seinen Tigern nicht:

Tiertrainer Tom Dieck jr. vergisst auch beim Training mit seinen Tigern nicht: "Das sind Raubtiere".

Cesar Diaz weiß, dass es gut ist, wenn man seinem Herzen folgt. Drei Generationen seiner Familie haben im Zirkus gearbeitet und gelebt. Aber als er seinem Vater, einem Jongleur und Bauchredner, sagte, dass er Clown werden will, schüttelte der den Kopf. Cesar Diaz wurde trotzdem ein Spaßmacher, ein Komödiant, ein Clown – weil sein Herz es ihm sagte.

„Clown ist man nicht, wenn man sich schminkt. Clown – das muss man in sich haben“, sagt er. Und weil Cesar Diaz ein guter Spaßmacher ist, sei sein Vater inzwischen sein größter Fan und renne überall herum, um von seinem Sohn, dem Clown, zu erzählen.

Auch Cesars Frau, Vera, ist ihrem Herzen gefolgt. Vor gut zehn Jahren haben die beiden sich in einem Einkaufszentrum in seiner Heimat Portugal kennengelernt und verliebt. Es war klar, der Clown zieht zwei Monate später mit dem Zirkus weiter. „Schluss machen oder mitkommen“ – vor diese Entscheidung habe er Vera gestellt. Vera entschied sich fürs Mitkommen. Die beiden haben zwei Töchter. Und Cesar hofft, dass zumindest eine von ihnen, die fünfte Diaz-Generation in der Manege sein wird.

Die Eltern seiner Frau wollten nicht, dass ihre Tochter zum Zirkus geht. „In Portugal gibt es eine schlechte Meinung über Zirkusleute“, erklärt Cesar. Er habe seinen Schwiegereltern dann aber „die Wahrheit über den Zirkus gezeigt“. Er habe ihnen eine Welt gezeigt, in der Menschen ernsthaft arbeiten, in der Familie wichtig ist. Kritik an der Stadtverwaltung Die Wahrheit über den Zirkus – glaubt man der Tierschutzorganisation Peta, dann besteht diese Wahrheit auch darin, dass Tiere gequält werden. Die Tiere seien auf den Transporten von Ort zu Ort zu lange eingesperrt, lautet ein Vorwurf. Gegen den Elefantentrainer Elvis Errani wurde von Peta Klage eingereicht. Dass die Stadtverwaltung das Gastspiel dennoch genehmigt hat, stößt auf heftige Kritik der Organisation. Eine Anzeige durch Tierschützer sei keine Verurteilung durch ein Gericht, heißt es im Rathaus. „Städtische Festplätze sind Gemeindeeinrichtungen, und Gewerbetreibende haben im Rahmen der Gleichbehandlung das Recht, diese öffentlichen Einrichtungen zu nutzen“, sagt Stadtpressesprecher Thomas Blug. Deshalb habe der Zirkus „grundsätzlich das gleiche Recht, den Festplatz zu nutzen“ wie andere Betriebe auch. Blug: „Der Hinweis, man habe gegen den Zirkus vor zwei Jahren Anzeige erstattet und deswegen laufe ein Ermittlungsverfahren, ändert daran nichts.“

Der Protest von Tierschützern gehört für Patrick Adolph zum Alltag. Der Zirkus-Pressesprecher hält den Vorwürfen von Peta ein tierärztliches Gutachten und anwaltliche Stellungnahmen entgegen. Der Zirkus habe sich nichts vorzuwerfen. Die Tiere seien Teil des Zirkus, man achte auf sie. „Die Tiere haben es gut“ Ja, sagt Tomas Dieck jr., er verdiene mit den Tieren auch Geld. Der Tiertrainer ist mit fünf Tigern, zwei weißen Löwen und zwei Ligas (Kreuzung aus Löwe und Tiger) in Burbach. „Ich lebe für, von und mit meinen Tieren“, sagt er. Und: „Die Tiere haben es gut.“ Denn es gehe nicht darum, die Tiere auszubeuten, möglichst viel Geld zu machen. „Wenn man das nur macht, um Geld zu verdienen, geht das nicht“, sagt Tom Dieck. Er könne nicht wie ein Clown die Nase in den Koffer packen und Urlaub machen. Er habe sich für die Tiere entschieden. Was er macht sei „mehr als ein Beruf, es ist ein Leben“.

AUF EINEN BLICK

Der Zirkus Charles Knie eröffnet sein Gastspiel auf dem Festplatz der Burbacher Saarterrassen an diesem Freitag, 25. Juli, mit einer Vorstellung um 16 Uhr. Bis zum Sonntag, 3. August, gibt es täglich Vorstellungen um 16 und um 20 Uhr. Sonntags wird um 11 und um 16 Uhr gespielt. Informationen und Karten unter Telefon (01 71) 9 46 24 56. ols

www. zirkus-charles-knie.de

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