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Zirkusse mit Wildtieren werden aus Saarbrücken verbannt

Zirkusse mit Wildtieren sollen nicht mehr auf Saarbrückens städtischen Festplätzen gastieren dürfen.

Zirkusse mit Wildtieren sollen nicht mehr auf Saarbrückens städtischen Festplätzen gastieren dürfen.

Zirkusse mit Wildtieren werden aus Saarbrücken verbannt. Die Stadt darf ihnen keine Flächen mehr zur Verfügung stellen. Das hat gestern Abend der Stadtrat einstimmig so beschlossen. Nur Bernd Richter (Freie Wähler) enthielt sich der Stimme. Die FDP-Fraktion hatte den Antrag gestellt.

Allerdings steht der Stadtratsbeschluss unter dem Vorbehalt, dass die Kommunalaufsicht keine Bedenken hat. Tobias Raab (FDP) betonte gestern während der Sitzung: „Es geht nicht um Tierquälerei, sondern darum, ob eine tiergerechte Haltung möglich ist.“ Das verneinte Raab. Über 80 Kommunen hätten bereits beschlossen, Zirkussen mit Wildtieren keine Flächen mehr zur Verfügung zu stellen. Der Saarbrücker Beschluss betrifft nun Zooattraktionen wie Löwen, Tiger und Elefanten, aber auch Alligatoren, Amphibien, Flamingos, Greifvögel, Krokodile, Pinguine, Strauße und Riesenschlangen. In ihrem Antrag schreibt die FDP, nach heutigem Wissensstand sei in Zirkusbetrieben eine artgerechte Haltung von Wildtieren praktisch nicht möglich. Das unterstrich auch CDU-Fraktionschef Peter Strobel und nannte als Beispiel die Elefanten. So sei die selbstbestimmte Bewegung dieser Tiere in einem Zirkus, der ständig auf Reisen ist, zwangsläufig stark eingeschränkt.

Claudia Willger von den Grünen wies darauf hin, dass die Fraktion zunächst rechtliche Bedenken gehabt habe. Mit dem Vorbehalt seien diese Bedenken aber ausgeräumt. In ihrem Antrag weisen die Liberalen zudem darauf hin, dass nach einer repräsentativen Umfrage 2014 mittlerweile 82 Prozent der Deutschen der Auffassung seien, dass Wildtiere nicht artgerecht im Zirkus gehalten werden können. Fest steht bereits jetzt, dass die Entscheidung des Saarbrücker Stadtrats ein juristisches Nachspiel haben wird. Die Sprecherin eines Weihnachtszirkus hatte bereits im Dezember 2016 eine Klage angekündigt.

Ein weiteres wichtiges Thema waren die Windkraftpläne eines Investors in Gersweiler. Der Stadtrat lehnte die Pläne ab, nachdem bereits der Bezirksrat West und der Bauausschuss so entschieden hatten. Das Votum des Stadtrats sei eine rückwirkende Bestätigung dieser Ablehnung, erklärte der Verwaltungsdezernent Jürgen Wohlfarth. Das Nein habe die Verwaltung dem Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) bereits fristgerecht mitgeteilt. Die Behörde hat das letzte Wort und könnte die drei Windräder trotzdem noch genehmigen. Dann müsste die Stadt Saarbrücken dagegen klagen, sagte Wohlfarth. Gabriele Herrmann (CDU) wies daraufhin, dass die Rotoren der drei Anlagen die ausgewiesene „Konzentrationszone“ für Windräder überschreiten würden. Außerdem befürchtet sie viel Lärm – auch durch die Lkw, die beim Bau der Windräder durch Gersweiler fahren würden. Die französischen Nachbargemeinden hätten sich ebenfalls gegen die Windräder ausgesprochen. Die Grünen stimmten nicht zu, sondern sprachen sich für eine Energieversorgung vor Ort aus. Damit standen sie aber alleine.

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