L130 Hirzweiler - Oberlinxweiler Zwischen Urexweiler und Remmesweiler in beiden Richtungen Gefahr durch Tiere auf der Fahrbahn (06:49)

L130

Priorität: Sehr dringend

15°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
15°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Zoff am Franzenbrunnen: Bürger zeigen Saarbrücken an

Eins der beiden Plakate, die im Auftrag der Stadtverwaltung abgehängt
wurden.

Eins der beiden Plakate, die im Auftrag der Stadtverwaltung abgehängt wurden.

Wenn es um etwas geht, dann muss man mit fast allen Mitteln kämpfen, sagt Matthias Westermann – auch mit Humor. Westermann ist Vorsitzender des Vereins, den Bürger am  im oberen Alt-Saarbrücken gegründet haben, um zu verhindern, dass die Stadt dort aus einer Naturfläche eine Wohnfläche macht. Der Stadtverwaltung sei der Humor der Bürger wohl etwas zu weit gegangen, spekuliert Westermann nun.

Plakate der Initiative, auf denen „Charlotte“ und „Dr. Rena“ (also Oberbürgermeisterin Charlotte Britz und Baudezernentin Rena Wandel-Hoefer) eigenhändig mit Baggern Bürger überrollen und über deren Unaufmerksamkeit reden, sind verschwunden. Auf die Idee, solche Plakate zu machen, sei die Initiative gekommen, als die Stadt auf dem Bauschild für die Kita, die auf dem Gelände gerade errichtet wird, fröhliche Kinder mit einer Eidechse zeigte. Das mit der Eidechse sei schon eine Provokation gewesen, sagt Westermann.

Denn gerade die Eidechsen töte und vertreibe die Stadt ja durch ihre Baustelle. Am 5. Juni, wenige Tage, nachdem sie aufgehängt wurden, waren die Transparente mit „Dr. Rena“ und „Charlotte“ verschwunden. „Wir wollten von einer Strafanzeige wegen Diebstahls und Sachbeschädigung absehen“, sagte Westermann. Die Initiative hat aber neue Plakate aufgehängt, auf denen sie fragt, ob jemand etwas über den Verbleib der verschwundenen Transparente, für die man immerhin 160 Euro ausgegeben habe, weiß. Jemand von der Baustelle habe den Hinweis gegeben, dass die Baufirma die Plakate auf Anordnung des städtischen Gebäudemanagements abgehängt hat. „Wir sind tief entsetzt über dieses Vorgehen.

Erst werden wir auf Plakaten von Seiten der Stadt verhöhnt, und dann werden unserer Plakate im Auftrag gestohlen. Wo ist da in dieser Stadt noch das Recht auf freie Meinungsäußerung?“, fragt Westermann.

Stadtpressesprecher Thomas Blug kann die Aufregung nicht verstehen, er teilte auf SZ-Anfrage mit: „Die Plakate wurden illegal auf städtischem Grundstück angebracht. Wie es in solchen Fällen von wildem Plakatieren üblich ist, haben wir die Plakate daraufhin entfernen lassen.“

Zumindest eins der Plakate sei mit Einwilligung des Hausbesitzers an einem privaten Zaun angebracht gewesen, hält Westermann dagegen. Auch dass niemand von der Baufirma oder der Stadt die Initiative informiert habe, sei merkwürdig – wo doch sogar mit neuen Plakaten nach den alten Plakaten gesucht wurde.

Was den Privatzaun angeht, habe die private Firma, die die Stadt beauftragt hat, einen Fehler gemacht, sagt Blug. Die Plakate könne sich die Initiative gerne beim städtischen Ordnungsamt abholen.

Damit gibt sich die Initiative nicht zufrieden. Sie hat gestern über einen Anwalt Anzeige wegen Diebstahls gegen die Stadt gestellt. Man hätte die Initiative auffordern könne, die Plakate abzuhängen, sagt Westerman. Das habe die Stadt nicht getan. Sie habe stattdessen die Satire-Plakate gezielt abgehängt, andere Plakate – im öffentlichen Raum – aber hängen lassen.

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein