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Zoff bei den Grünen: Vogel-Latz kandidiert nicht mehr für den Stadtrat

Claudia Willger und Hubert Ulrich (linkes Bild) führen die Saar-Grünen. Willger sitzt auch im Stadtrat. Fraktionschef Guido Vogel-Latz
wird dagegen nach parteiinternem Streit dem neuen Stadtrat nicht mehr angehören.

Claudia Willger und Hubert Ulrich (linkes Bild) führen die Saar-Grünen. Willger sitzt auch im Stadtrat. Fraktionschef Guido Vogel-Latz wird dagegen nach parteiinternem Streit dem neuen Stadtrat nicht mehr angehören.

Guido Vogel-Latz, der Vorsitzende der Grünen-Stadtratsfraktion, kandidiert im Mai nicht mehr für die Partei bei der Kommunalwahl. „Ich werde von der Partei nicht ausreichend getragen“, erklärte Vogel-Latz gestern der SZ. Der Parteinachwuchs aus dem Ortsverband Mitte dränge nach vorne. Denen wolle er nicht im Weg stehen. Vogel-Latz sitzt seit zehn Jahren für die Grünen im Stadtrat und stieg zum Fraktionschef auf, nachdem Thomas Brück das Amt des Dezernenten für Umwelt, Migration und Recht am 1. August 2013 antrat.

In der kommenden Woche stellen die Saarbrücker Grünen ihre Kandidaten für den Stadtrat auf. Nach SZ-Informationen gab es Konflikte zwischen Vogel-Latz und dem Ortsverband Mitte um die Spitzenplätze. Timo Lehberger, Sprecher des Ortsverbands, kündigte seine Kandidatur an. Auch seine Kollegin an der Spitze, Simone Wied, wolle antreten. Nach SZ-Informationen ist auch die Landesvorsitzende Claudia Willger im Rennen, die ebenfalls im Stadtrat sitzt. Vogel-Latz erklärt seinen Rückzug so: „Ich wollte mich in dem Konflikt nicht länger aufreiben, will aber auch keine Scherben hinterlassen. Ich bin gespannt, welche Inhalte die Jungen im Ortsverband jetzt setzen.“ Der neuen Fraktion wünsche er alles Gute. Gleichzeitig glaubt er, dass sich deren Schwerpunkte verschieben werden.

Vogel-Latz war lange Jahre auch baupolitischer Sprecher der Stadtratsfraktion, gilt aber als Gegner der Jamaika-Koalition aus CDU, Grünen und FDP, die 2012 scheiterte. Die hatte Grünen-Chef Hubert Ulrich durchgesetzt. Vogel-Latz befürwortete in der Stadtpolitik unter anderem das Projekt Stadtmitte am Fluss, machte sich aber auch Gedanken über eine Lösung der Verkehrsprobleme ohne den Tunnel. Gemeinsam mit Thomas Brück gestaltete er die rot-rot-grüne Koalition mit und machte sich für die umstrittene Wahl Brücks zum Dezernenten stark.

Timo Lehberger hatte am Dienstag erklärt, dass die Fraktionschefs Vogel-Latz und Karin Burkart mehrfach mit den Vorsitzenden der Ortsverbände Mitte, Halberg und Dudweiler über die Wahllisten diskutiert hätten. Er befürworte eine Kandidatur von Vogel-Latz, denn seine Arbeit solle honoriert werden. Das gelte auch für Karin Burkart. Lehberger erklärte aber gleichzeitig: „Es muss aber eine gesunde Mischung sein. Der Ortsverband Mitte ist der größte. Deshalb wollen wir uns auf den Listen wiederfinden.“


Meinung

Grüne zerfleischen sich selbst

Von  Markus Saeftel

Der eigene Ortsverband vergrault den engagierten Fraktionschef der Grünen im Stadtrat, Guido Vogel-Latz. Da soll offenbar ein kritischer Kopf und Gegner der früheren Jamaika-Koalition beseitigt werden. Diese Koalition hat ja bekanntlich Hubert Ulrich vehement gewollt, und ohne den Grünen-Landesvorsitzenden geht bis heute nichts in der Partei. Dabei hat Vogel-Latz für grüne Inhalte im Stadtrat gekämpft: mehr Rad- und Busverkehr statt Autos oder die Energiewende waren seine Themen. Immer wieder mischte er sich bei wichtigen Bauprojekten wie der Berliner Promenade ein und hatte auch keine Scheu, Baudezernentin Rena Wandel-Hoefer zu kritisieren.

Guido Vogel-Latz ist konsequent. Er will sich bei der Listenaufstellung nicht demontieren lassen. Nun muss die Spitze des Ortsverbandes erstmal zeigen, dass sie Wahlkampf machen kann. Der Putsch kann für die Grünen durchaus zum Bumerang werden, wenn sich ihre Wähler nun mit Grausen abwenden.
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