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Zoff im Saarbrücker Staatstheater: Intendantin sauer auf Ballett-Chefin

Wie die SZ berichtete, ist Donlon am Freitag mit ihrer Idee einer »European Dance Company« bei Kultusminister Ulrich Commerçon (SPD) gescheitert.

Wie die SZ berichtete, ist Donlon am Freitag mit ihrer Idee einer »European Dance Company« bei Kultusminister Ulrich Commerçon (SPD) gescheitert.

Saarbrücken. Vorpreschen und dann zurückrudern, bleiben wollen und dann doch nicht – für die Generalintendantin des Staatstheaters hat dieses Verhalten Marguerite Donlons Methode. Eine, die ihr immer weniger gefällt. „Die Situation ist sehr angespannt“, sagte sie gestern der Saarbrücker Zeitung.

Die Intendantin erinnert an 2009. Damals stieß Donlon fröhlich und öffentlich auf ihre Vertragsverlängerung an, um just am nächsten Tag zu verkünden, dies sei das letzte Mal gewesen. Danach folgten Pressemitteilungen, die die Abschieds-Botschaft relativierten. Schlingmann wähnt sich nun in einer Wiederholungs-Schleife. „Ich bin seit Tagen nur noch mit den Eigenmächtigkeiten der Ballettchefin beschäftigt, die Irritationen erzeugen. Das kann ich nicht tolerieren.“ Wie die SZ berichtete, ist Donlon am Freitag mit ihrer Idee einer „European Dance Company“ bei Kultusminister Ulrich Commerçon (SPD) gescheitert. Sie hatte das Konzept an Schlingmann vorbei direkt an den Minister gerichtet. Allein dies sei „nicht hinnehmbar“, so Schlingmann. Aber mehr noch: Auch eine am Sonntag veröffentlichte Stellungnahme Donlons wurde an viele, nur nicht an Schlingmann und die SST-Presseabteilung geschickt, obwohl laut Schlingmann ein Abstimmungs-Zwang für alle Abteilungsleiter gelte. Schlingmann: „Das alles ist einer vertrauenvollen Zusammenarbeit nicht zuträglich.“ Was zusätzlich schwer wiegt: Donlons Stellungnahme lässt den Schluss zu, dass sowohl Schlingmann als auch der Minister ihr Papier in der SZ falsch dargestellt hätten: als Zerschlagung des Dreispartenhauses. In Donlons Stellungnahme heißt es, sie habe weder das SST als Dreispartenhaus in Frage gestellt noch einen eigenen Verwaltungsapparat gewollt oder ihre Tätigkeit von einer Intendanz abhängig gemacht. Alles also nur ein Missverständnis? Schlingmann, die das Papier mittlerweile kennt, bleibt dabei: „Frau Donlon wollte zwar unter dem Dach des SST arbeiten, aber eine eigene Spartenintendanz für sich. Wir wären dann nur noch dem Namen nach ein Dreispartenhaus.“ Donlon erzeuge Verunsicherung bei den Zuschauern: „Das ist dem Haus abträglich“, so die Intendantin. – Eine fast schon arbeitsrechtlich relevante Formulierung.

Donlon schickte gestern auf SZ-Nachfrage unter anderem die Kurz-Botschaft: „I never lie and telling the truth is not the same as accusing someone of lying.” Sinngemäß: Sie sage die Wahrheit und dies bedeute nicht, jemand anderen der Lüge zu bezichtigen. Dazu lässt der Kultusminister über seinen Pressechef ausrichten, er sei darum bemüht, die „Gemüter zu beruhigen“, und weiter daran interessiert, Donlon zu halten. In einer vorgezogenen SST-Aufsichtsratsitzung werde die Situation besprochen.

Derweil haben sich alle Landtagsfraktionen bis auf die Piraten ausdrücklich für einen Verbleib Donlons in Saarbrücken ausgesprochen. Das Ballett sei ein „Vorzeigeprojekt“, hieß es. Alle Fraktionen appellierten an den Minister, für Deeskalation zu sorgen. Indes rätselt die Öffentlichkeit: Ja wie denn nun und was denn nun? Wo will Donlon hin mit ihrer Company? Das Konzept, das der SZ mittlerweile vorliegt, bestätigt freilich die Darstellung des Ministers, es ist eindeutig von der „Eigenverantwortlichkeit der Sparten“ die Rede und einer „eigenständigen Position“ Donlons (Leitung, Ressourcen und Planung). Auch taucht der Begriff „Tanzintendantin“ auf. Aufgeführt ist zudem die Aufstockung des Apparates um 10,5 Stellen, langfristig soll es sechs Tänzer mehr geben. Kalkulierte Kosten: 2,3 Millionen Euro pro Spielzeit – laut Konzept nicht mehr als die Sparte zur Zeit koste (1,35 Mio.) und einnehme (950.000 Euro).

>>>Bericht zum Konzept folgt

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