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Zoff um B423

Seit Jahrzehnten äußern die Menschen, die entlang der B423 wohnen, wie hier in Einöd, ihren Unmut über die Verkehrslast. An manchen Tagen sind dort mehrere zehntausend Autos und Lastwagen unterwegs.

Seit Jahrzehnten äußern die Menschen, die entlang der B423 wohnen, wie hier in Einöd, ihren Unmut über die Verkehrslast. An manchen Tagen sind dort mehrere zehntausend Autos und Lastwagen unterwegs.

Die Diskussion um die Wiederbelebung der Bahn-Trasse zwischen Homburg und Zweibrücken hat für Unruhe gesorgt. Etliche Stadtratsmitglieder aber auch Bürger sind beunruhigt, dass die neue Landesregierung mit einer Grünen als Ressortchefin die Umgehung zur B423 gefährden könnte.

Homburg. In Homburg mehren sich die Gerüchte, dass die geplante Umgehungsstraße zur B423 gefährdet ist. Die Planung ist zwar inzwischen weit fortgeschritten, spätestens 2011 könnte Baubeginn sein. Auch die Finanzierung des Projekts steht.

Doch im saarländischen Umweltministerium gab es einen Wechsel: Dort hat jetzt die Grüne Simone Peter das Sagen. Bekanntlich sind die Homburger Grünen lautstarke Kritiker des Straßenprojektes. Damit stehen sie im Stadtrat zwar ziemlich allein, aber nach der jüngsten Ratssitzung kamen erste Gerüchte zur B423 auf.

Bahnverbindung statt Umgehungsstraße?
In der Sitzung wurde bekanntlich eine Resolution zur Wiederbelebung der Bahnstrecke Homburg-Zweibrücken verabschiedet. Die ursprüngliche, von der Linken und Ex-Grünen Barbara Spaniol eingebrachte Fassung wurde gekippt. Die beiden großen Parteien CDU und SPD sowie die FWG ließen aber nachträglich einfügen, dass die Entlastungsstraße für die Stadt eindeutige Priorität besitze.

Das brachte die Grünen auf die Palme. Und das wiederum führte zu Zweifeln bei der Kommunalpolitik: Sollte die Bahn-Resolution vielleicht nur dazu dienen, die Entlastungsstraße aufzuschieben? Die CDU hat inzwischen die Ministerin deutlich aufgefordert, das Projekt nachhaltig zu unterstützen.

In den ersten zwei Monaten des kommenden Jahres soll es ein Gespräch zwischen ihm und der Ministerin geben. Ein Termin werde gerade vereinbart, teilte Homburgs Oberbürgermeister Karlheinz Schöner mit. „Wir werden darauf achten, dass die notwendigen Planungen gemacht werden“, unterstrich er.

Finanzierung steht
Der Bund habe weiterhin die Finanzierung zugesagt. „Wenn 2015 nicht gebaut und abgerechnet ist, dann ist es aus. Das gilt es zu verhindern,“ sagte Schöner. Er habe den Auftrag des Stadtrates auszuführen. „Ich bin fest entschlossen, das durchzusetzen.“

Auch die SPD schließt sich dem CDU-Aufruf inhaltlich an. „Wir sehen die Umgehung zur B423“ klar in der Priorität“, unterstrich SPD-Fraktionschef Hans Felden. Eine Reaktivierung der Bahnlinie dürfe nicht zu Lasten der Straße gehen. „Wenn die Umgehungsstrecke bis 2015 nicht realisiert ist, habe ich Zweifel, ob sie überhaupt jemals kommen wird.“ Und das auch vor dem Hintergrund der Äußerung der neuen saarländischen Umweltministerin, dass die Schiene klar Vorrang habe.

Es solle hier schließlich keine Straße um der Straße Willen gebaut werden. Es gehe letztlich darum die Menschen, die an der B423 leben, zu schützen, machte Felden klar.

Als „taktisches Spiel“, mit dem durch die Hintertür die Umgehung zur B423 gefährdet werden soll, bezeichnet Axel Ulmcke von der FWG die Bahn-Resolution. „So lange die Finanzierung nicht steht, kommt keine Bahn.“ Zwar habe er prinzipiell nichts gegen eine Reaktivierung der Bahnstrecke, allerdings dürfe das nicht kontraproduktiv sein.

Etwas anders sieht es die FDP. „Wir haben keine Bedenken, dass die Straße nicht kommt“, unterstrich deren Sprecher Peter Müller. Die Bahnstrecke sei eine zusätzliche Option, man dürfe Umgehung und Bahnlinie nicht gegeneinander ausspielen. „Wir wollen beides“, sagte er. Das sei notwendig für die Entwicklung des saarpfälzischen Wirtschaftsraumes und werde Homburg voran bringen.

Diskussionsthema seit 40 Jahren
Karl Schuberth (SPD), Einöds Orstvorsteher, will ebenso wie Manfred Schneider (SPD), Ortsvertrauensmann vom auch an der B423 liegenden Schwarzenbach das von der CDU geforderte klare Bekenntnis der Landesregierung zur Umgehung. „Die ganze Diskussion geht schon fast 40 Jahre“, intensiv werde sie seit 25 Jahren geführt.

Nun sei man so weit wie seit Jahren nicht. Die Umgehung müsse Priorität haben, unterstrich Schneider. Kommt sie nicht, „werden das die Leute nicht hinnehmen“, ergänzte Schuberth. „Für uns ist das überlebenswichtig, sonst sind die Orte tot“, sagte er. Er gehe aber davon aus, dass am Ende die Vernunft siegt, gab sich Schneider hoffnungsvoll.







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