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Zoff um Müllchaos im Saar-Wald

Das ist die Ausbeute von nur zwei Wochen des Müllsammelns auf einer Fläche von 1500 Hektar: ein voller Container mit Unrat jeglicher Art.

Das ist die Ausbeute von nur zwei Wochen des Müllsammelns auf einer Fläche von 1500 Hektar: ein voller Container mit Unrat jeglicher Art.

Sulzbach/Quierschied/Dudweiler. Einmal pro Woche, sagt Hubert Dörrenbächer, wird von Forstleuten der Wald durchkämmt – auf der Suche nach Sachen, die da nicht hingehören. Was dabei aufgefunden wird, spottet offenbar jeder Beschreibung. Hubert Dörrenbächer ist Förster mit Sitz in Neuweiler. Hautnah kriegt er mit, was auch Spaziergänger ärgert: Müll in rauen Mengen am Wegesrand und im Unterholz. Eine CD mit vielen Beweisfotos holt er hervor. Unter anderem sieht man einen prall gefüllten Container: das Resultat des Mülleinsammelns über zwei Wochen – allein in Dörrenbächers Revier, das etwa 1500 Hektar umfasst. Resopalplatten, sagt er, habe man an einer Stelle weggeschafft, wenige Tage später lag dort Eternit. Und das zu entsorgen, geht richtig ins Geld.

Wobei der Förster aus Neuweiler eine atemberaubende Saarforst-Statistik vorzeigt. Aus ihr geht hervor, dass die Kosten für die Entsorgung wild abgelagerten Mülls im Saarkohlenwald exorbitant angestiegen ist. Der Saarkohlenwald erstreckt sich in etwa von Riegelsberg im Norden bis Dudweiler/St. Ingbert im Süden und vom Saarbrücker Rastpfuhl im Westen bis nach Quierschied bzw. Elversberg im Osten. Gestiegen sind die Kosten von 11 000 Euro (Waldarbeiter und Containerdienst) im Jahr 2006 auf knapp 46 000 Euro in 2010. Und: Bereits mit Ablauf des Monats August dieses Jahres ist man schon bei 30 000 Euro angelangt, „und das Jahr ist noch längst nicht vorbei“, sagt Dörrenbächer.

Ob die Kostenexplosion damit zusammenhängt, dass einiges bei EVS und ZKE geändert wurde, will Hubert Dörrenbächer nicht behaupten. Die Vermutung aber liege doch nahe. So ist in den Kommunen die Sperrmüll- Abfuhr nicht mehr kostenlos, zudem wird seit 2011 der Hausmüll in der Landeshauptstadt gewogen (ZKE), derweil das Ident-System in den Gebieten des EVS eingeführt worden ist (Gebühren berechnen sich nach der Anzahl der Leerungen). Apropos wiegen: Seit geraumer Zeit finden der Förster und seine Kollegen Katzenstreu im Wald. Früher habe man so etwas nie in der Natur gesehen. Im gebrauchten Zustand ist das Zeug eben schwer. Und haut beim Hausmüll-Wiegen ganz schön rein. Dass für diesen und anderen Frevel sehr empfindliche Geldbußen zu erwarten sind, muss wohl nicht eigens erwähnt werden.
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