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Zoff um Saarbrücker Tierheim: Wer zahlt das neue Hundehaus?

Saarbrücken. Fest steht: Das zugige alte Hundehaus des Bertha- Bruch-Tierheims muss weg. Und zwar so schnell wie möglich. Zu groß ist die Verletzungsgefahr für die Tiere, zu schlecht sind die Arbeitsbedingungen fürs Heimpersonal, als dass sich die Tierschützer noch lange mit dem maroden Gebäude abmühen können.

2013 soll das größte Tierheim im Saarland zur Großbaustelle werden, wie Josephine Mathis, die Vorsitzende des Tierschutzvereins Saarbrücken, sagt. „Es geht los, wenn die Baugenehmigung vorliegt. Wir brauchen nicht nur ein neues Hundehaus, sondern auch ein Gebäude für die Kleintiere. Wir kalkulieren vorsichtig mit rund 600 000 Euro, wohl wissend, dass solche aufwendigen Vorhaben durchaus teurer werden können.“ Umso lieber ist dem Tierschutzverein als Betreiber des Heims jeder Förder-Euro.

Der Vorstand stellte Ende Dezember bei der Stadt einen Zuschussantrag in Höhe von 10 000 Euro. Vorstandsmitglied Barbara Best sagt, warum: „Wir haben ja auch einen Vertrag mit der Stadt und müssen daher alle Fundtiere aufnehmen. Insofern sollte die Stadt ein berechtigtes Interesse daran haben, dass die Tiere bei uns vernünftig untergebracht werden.“ Wer den Antrag fördert oder blockiert, darüber sind sich die Stadtratsfraktionen uneins.

Die CDU-Fraktion im Stadtrat sagt, sie habe im Rahmen der Haushaltsberatungen beantragt, dass die Landeshauptstadt die Sanierung im Bertha-Bruch-Tierheim fördere. „SPD, Linke und Grüne haben das abgelehnt.

Dennoch unternehmen wir einen neuen Anlauf und bemühen uns um eine Kofinanzierung“, sagt Fraktionschef Peter Strobel und verweist aufs Land als Vorbild. „Die große Koalition unterstützt die Sanierung von Tierheimen in diesem Jahr mit insgesamt 50 000 Euro.“

Strobel erwartet, dass davon mindestens 10 000 Euro dem Bertha-Bruch-Heim zugutekommen. Und was sagt die Konkurrenz im Stadtrat? Von einer generellen Ablehnung könne gar nicht die Rede sein, stellten SPD, Grüne und Linkspartei auf SZAnfrage gestern einmütig klar.

SPD-Fraktionsgeschäftsführer Simon Musekamp sagte, der Fördervorschlag der CDU sei Teil einer langen Änderungsliste, die zu kurz vor der jüngsten Sitzung des Ausschusses an die anderen Fraktionen rausgegangen sei. „Wir möchten, dass das der Finanzausschuss prüft. Er tagt wieder am 14. März“, sagt Musekamp. Ähnlich gaben die Fraktionsgeschäftsführerin der Grünen, Ingrid Wacht, und ihr Kollege Martin Sommer von der Linken-Fraktion den Stand der Zuschuss-Diskussion wider.

Dass sie nicht abgeschlossen und Förderung aus der Stadtkasse durchaus noch möglich ist, erfreut Josephine Mathis. Denn: „Noch so einen Winter mit dem alten Hundehaus ertragen wir nicht.“

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