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Zoff um alte Gasleitungen im Saarland

Saarbrücken. Die Gasnetze in der Region müssen teilweise sehr bald erneuert werden. Denn sie gehören zu den ältesten in Deutschland. Doch solche Vorhaben stoßen in einigen Fällen auf großen Widerstand bei den Bewohnern der Städte und Gemeinden, durch die diese Leitungen führen. „Die Akzeptanz für solche Infrastruktur-Projekte ist in der Bevölkerung nicht mehr so groß wie früher“, sagt Jens Apelt, Geschäftsführer der Saarbrücker Gasnetz-Gesellschaft Creos (vormals Saar Ferngas Transport), die für die Netze im Saarland und in Teilen von Rheinland-Pfalz zuständig ist.

Gaspipeline durch die Pfalz stammt aus dem Jahr 1935

Besonders betroffen sind aktuell die Leitungs-Erneuerungen der Trassen, die von der BASF in Ludwigshafen über Frankenthal Richtung Saarland führen, sowie die Leitung zwischen Neunkirchen und St. Wendel. Die Gaspipeline durch die Pfalz stammt aus dem Jahr 1935. „Wir sind bestrebt, die Leitungen teilweise in neue Trassen zu verlegen, um sie aus der geschlossenen Bebauung herauszuführen, damit wir sie für Reparaturarbeiten besser erreichen können“, erläutert Apelt.

 Diese Vorhaben seien trotz des Nutzens für die Bürger mit Schwierigkeiten verbunden. Viele Betroffene seien beispielsweise nicht mit dem finanziellen Ausgleichs-Angebot von Creos einverstanden. Als Faustformel gilt, dass 20 Prozent des Bodenwerts gezahlt wird, erläutert Bernd Frings, der bei Creos für das Projektmanagement zuständig ist. Von der Planung bis zur Bauphase dauere es bis zu vier Jahre, „obwohl man später die Leitung in der Landschaft gar nicht mehr wahrnimmt“, sagt Creos-Geschäftsführer Apelt. Zeitverzögernd wirke auch, dass bei der Genehmigung der Baumaßnahmen „sehr viele öffentliche Stellen mitentscheiden müssen“. In einem Fall waren 22 Behörden, Gemeinden, Verbände und sonstige Stellen beteiligt.

Mangelnde Akzeptanz bei einigen  Grundstückseigentümern

Große Probleme bereitet auch der Leitungs-Neubau zwischen Neunkirchen und St. Wendel – speziell im Bereich Ottweiler und Niederlinxweiler. „Nach unseren Planungen sollten wir schon fertig sein, doch durch die mangelnde Akzeptanz bei einigen betroffenen Grundstückseigentümern stecken wir in der Umsetzung fest“, sagen Frings und Apelt. Rund 80 Einsprüche müssten bearbeitet werden. Die Leitung, die dort ersetzt werden soll, ist bereits 65 Jahre alt. Auch hier sei die Forderung nach mehr Geld ein Thema. Das gelte auch für einige Kommunen, mit denen man Gestattungsverträge abschließen müsse, wenn die Pipeline über öffentliche Grundstücke führt. „Doch uns sind bei den Zahlungen die Hände gebunden, es gibt hier Vorschriften“, sagt Apelt.

Creos sei als Netzgesellschaft durch die Bundesnetzagentur stark reguliert. Die Behörde schreibe haarklein vor, was man an Netzentgelt verlangen und wie viel Rendite man erzielen darf. Durch die so genannte Anreizregulierung verlange die Netzagentur zudem, dass die Entgelte kontinuierlich zurückgefahren werden müssten. Inzwischen habe Creos den Trassenverlauf mehrmals angepasst, um den massivsten Widerständen aus dem Weg zu gehen. „Doch irgendwann stoßen wir hier an unsere technischen und wirtschaftlichen Grenzen“, macht Bernd Frings deutlich.
Das Unternehmen will auch nicht mit dem Kopf durch die Wand und mit so genannten Eigentums-Beschränkungsverfahren den Trassenbau erzwingen. Man setzt auf Information und Kommunikation. Viele Missverständnisse könnten auf diese Weise beseitigt werden. „Doch irgendwann müssen wir auch bauen, um weiterhin eine zuverlässige Energieversorgung gewährleisten zu können“, sagt Apelt.
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