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Zoff um italienisches Denkmal in Völklinger Hütte

Luciano Campitelli, OB Klaus Lorig, Konsulin Susanna Schlein und Weltkulturerbe-Chef Meinrad Maria Grewenig (v.l.) am 1. Mai 2009 bei der Übergabe der Skulptur zu Ehren der Italiener.

Luciano Campitelli, OB Klaus Lorig, Konsulin Susanna Schlein und Weltkulturerbe-Chef Meinrad Maria Grewenig (v.l.) am 1. Mai 2009 bei der Übergabe der Skulptur zu Ehren der Italiener.

Völklingen/Neapel. Es war vor über drei Jahren, am 1. Mai 2009, da wurde im Weltkulturerbe Völklinger Hütte mit großem Pomp ein Denkmal zu Ehren der Italiener im Saarland der Öffentlichkeit übergeben. Am Tag der Arbeit wurde der Tatsache gedacht, dass sie als stärkste Migrantengruppe im Saarland einen großen Beitrag zum Wiederaufbau nach dem Krieg geleistet haben. Das Weltkulturerbe erschien dafür als symbolträchtiger Ort, da in der Völklinger Hütte zu Hochzeiten bis zu 1700 italienische Arbeiter beschäftigt waren.

Der neapolitanische Bildhauer Luciano Campitelli hatte das 60 mal 90 Zentimeter große Relief auf Initiative des italienischen Konsulats aus weißem Carrara-Marmor gestaltet. Der Titel „Intrecci“ – zu Deutsch „Verflechtungen“ – wies auf die gewachsenen Beziehungen zwischen Italienern und Saarländern hin. Campitellis Werke sind in Galerien und Museen in Spanien und Italien ausgestellt. Er war unter anderem Chefrestaurator historischer Stätten in St. Petersburg und hat auf der Biennale Venedig ausgestellt. Zur Einweihung gekommen waren neben dem Künstler der Generaldirektor des Weltkulturerbes, Meinrad Maria Grewenig, Völklingens Oberbürgermeister Klaus Lorig, der damalige Wirtschaftsminister Joachim Rippel als Vertreter der Landesregierung und die damalige italienische Konsulin Susanna Schlein. Die Laudatio auf den Künstler hielt Andreas Bayer von der Hochschule der Bildenden Künste. Grewenig versprach dem Künstler nach dessen Angaben damals sogar eine Ausstellung seines Gesamtwerks im Weltkulturerbe.

Die allgemeine Feierstimmung wurde auch nicht dadurch getrübt, dass beim Transport des Denkmals von Neapel nach Völklingen ein Malheur passiert war. Das Werk zerbrach in viele kleine Teile. Der Künstler setzte diese am Vortag der Einweihung notdürftig wieder zusammen, wies aber darauf hin, dass er das Denkmal noch einmal neu errichten wolle. Schließlich sollte es sieben Wochen später für Besucher im Industriekultur- Garten des Weltkulturerbes zu sehen sein, wo es der Witterung ausgesetzt gewesen wäre. Dort sollte es – so war es abgesprochen – auf Dauer verbleiben. Versehen mit der Inschrift „Zu Ehren der italienischen Arbeit an der Saar – gestiftet vom Italienischen Konsulat in Saarbrücken am 1. Mai 2009.“

So weit, so gut. Wenige Wochen später meldete der Künstler beim Konsulat Vollzug. Er könne das Denkmal jetzt ein zweites Mal liefern. Mehrfach nahm das Konsulat mit Grewenig und seinen Mitarbeitern Kontakt auf. Doch immer wieder wurden Konsulat und Künstler auf einen späteren Zeitpunkt vertröstet – letztmals vor eineinhalb Jahren. Dann wurde das Konsulat aufgelöst. Das Denkmal befindet sich bis heute in einer Ecke von Campitellis Atelier in Neapel. Der gewählte Vertreter der Italiener im Saarland, Giovanni Di Rosa, sagte jetzt auf Anfrage, er habe sich bei Besuchen des Weltkulturerbes schon öfter gefragt, wo das Denkmal bleibt. Er könne sich noch gut an den 1. Mai 2009 erinnern.

Damals habe es „viel Blabla“ gegeben, so Di Rosa. Es gebe eben Leute, die erst „den Mund voll nehmen“ und Zusagen machen, um sie dann nicht einzuhalten. Meinrad Maria Grewenig ließ durch eine Mitarbeiterin mitteilen, er befinde sich gerade im Urlaub. Daher sei er derzeit nicht zu sprechen.

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