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Zoff ums Merziger Katasteramt

Merzig-Wadern. Die von der Landesregierung beschlossene Neustrukturierung des Landesamtes für Kataster-, Vermessungs- und Kartenwesen (LKVK) trifft auch den Kreis Merzig-Wadern. Die bisherigen Außenstellen in Merzig, St. Wendel, Neunkirchen und St. Ingbert sollen 2012 respektive 2014 (St. Ingbert) aufgelöst und die Mitarbeiter in eine neue zentrale Außenstelle nach Saarlouis verlagert werden.

Schwierige Finanzsituation

Nachdem bereits die Merzig-Waderner Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich und der Merziger Oberbürgermeister Alfons Lauer diese Entscheidung scharf kritisiert hatten, stößt die SPD-Kreisvorsitzende Anke Rehlinger ins selbe Horn: "Wenn man Landesbehörden zentralisiert, dann darf dies nicht immer am Landkreis Merzig-Wadern vorbeigehen", erklärte die SPD-Politikerin gegenüber der SZ.

Zwar seien die schon seit Längerem laufenden Überlegungen zur Neustrukturierung der Katasterverwaltung vor dem Hintergrund der schwierigen Finanzsituation des Landes prinzipiell nachvollziehbar. Dennoch bedeute die Entscheidung gegen Merzig und für Saarlouis als Standort der geplanten zentralen Außenstelle eine weitere Schwächung des ländlichen Raumes. Dass die Entscheidung nun so gefallen sei, ist aus Sicht von Rehlinger "kein Ruhmesblatt für diejenigen, die in der Landesregierung hätten dafür kämpfen können, dass das zentrale Katasteramt nach Merzig kommt - nämlich die Landrätin und den grünen Umwelt-Staatssekretär Klaus Borger aus Merzig".

Enttäuscht zeigt sich die CDU Merzig-Wadern über den Abzug des Katasteramtes aus der Region. "Besonders die Art und Weise, wie das zuständige Umweltministerium in dieser für den ländlichen Raum wichtigen Angelegenheit vorgegangen ist, macht betroffen", heißt es in einer Erklärung des CDU-Kreisvorsitzenden Jürgen Schreier. Kreis und Stadt einfach vor vollendete Tatsachen zu stellen, sei nun wirklich nicht die feine Art, findet Schreier.

Der CDU-Kreischef fordert vom zuständigen Ministerium die Einrichtung von zwei Katasterbüros mit Bestandsgarantie in Merzig und Wadern, eine gute personelle Ausstattung und ganztätige Öffnungszeiten: "Eine halbtägliche Öffnung der Katasterbüros lehnt die CDU Merzig-Wadern ab." Eine Öffnung lediglich am Vormittag erschwere insbesondere berufstätigen Bürgern aus dem Kreis, ihre Grundstücksangelegenheiten persönlich zu regeln. Es handele sich um weite Fahrstrecken mit hohem Zeitaufwand, die den Bürgern aus dem ländlichen Raum aufgebürdet würden.

Standort berücksichtigen

Es sei auch aus ökologischen Gründen nicht vermittelbar, dass die Mitarbeiter der beiden Katasterbüros nur morgens dort präsent seien und dann nach Saarlouis pendelten. Die CDU trete dafür ein, "dass die Beschäftigten die ganze Zeit für den Bürger da sind und nicht die halbe Zeit zwischen Wadern, Merzig und Saarlouis im Stau stehen". Bei allem Verständnis für Synergie und Konzentration im Verwaltungsbereich dürfe der ländliche Raum, so Schreier abschließend, als Standort der dadurch entstehenden Schwerpunktverwaltungen nicht länger unberücksichtigt bleiben. 

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