L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Priorität: Dringend

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Zoll stoppt am Saarbrücker Flughafen Schmuggler

Ensheim. Die gängigen Ausreden der Fluggäste sind den Zollbeamten bereits bekannt – von „Huch, wie kommt die denn da rein?“ über „Wir haben doch den Teppichhändler gefragt.“ bis „Das hatte ich ganz vergessen.“ Allein 2009 stellten die Beamten auf dem Saarbrücker Flughafen unter anderem 16 Kilogramm Tabak, Teppiche im Wert von über 2000 Euro, Goldschmuck für 25 000 Euro und eine lebendige Rassekatze sicher. Rund 30 000 Euro wurden als Abgaben erhoben.

Nach der Landung muss sich der Passagier beim Ausgang für den roten oder den grünen Kanal entscheiden. Rot, wenn er Ware zu verzollen hat, grün, wenn er nichts zu deklarieren hat. Die meisten gehen bei Grün durch. Aber hier kontrollieren die Zollbeamten an diesem Montagmorgen stichprobenartig fünf Reisende und ihre Begleiter. „Ein typisches Schmuggler-Profil gibt es nicht“, sagt die Zollbeamtin Iris Scherer, die gleich aus Djerba kommende Touristen kontrollieren wird. Eine Reisende hat zu viele Zigaretten im Gepäck, erlaubt sind 200 Stück pro Person aus den Nicht-EU-Staaten. Für die zweite Stange muss sie vor Ort für 38 Euro Einfuhrabgaben und als eine Art Strafe Zollzuschlag in derselben Höhe zahlen. Ein anderer Passagier steht unter Verdacht, für Musik-Auftritte auf der Ferieninsel eine Gage erhalten zu haben, diese aber nicht versteuern zu wollen. Iris Scherer untersucht sein Gepäck nach Papieren, ein Kollege überwacht die Situation, auch wenn Übergriffe selten sind. Wenn die Beamten zwischen persönlichen Sachen nach nicht deklarierten Waren suchen und die Fluggäste um Anschlusszüge bangen, werden manche Passagiere auch mal pampig. „Hier prallen unterschiedliche Interessen aufeinander, aber wir haben Verständnis für die Leute“, sagt Zolloberinspektorin Diana Weis. Bei Provokationen bleiben die Beamten ruhig.



Manche Fluggäste wissen nicht, was sie aus dem Ausland mitbringen dürfen

„Viele Leute riskieren es oder machen sich beim Einkaufen im Urlaub zu wenig Gedanken“, sagt Weis und rät, sich vor Reisebeginn beim zuständigen Hauptzollamt zu informieren. So ist etwa die Einfuhr von Käse, Fleisch oder Arzneimitteln aus den Nicht-EU-Staaten verboten. Waren im Wert von mehr als 430 Euro werden nachversteuert. Zollbeamtin Scherer weist auf einige häufige Irrtümer unter den Reisenden hin: So muss Wasserpfeifentabak, der über die steuerfreie Menge hinaus mitgebracht wird, nach dem Tabaksteuergesetz versteuert werden. Beschlagnahmte Waren dienen als Beweismittel, werden entsorgt oder einer erlaubten Verwendung zugeführt. So wandern beschlagnahmte Tierfelle als Anschauungsmaterial in Museen oder Zoos.

Ob der Zoll in der Zukunft auch auf Körperscanner zurückgreifen wird, ist noch ungewiss. Momentan werden die Scanner in Hamburg getestet. „Der Einsatz hängt vom Ausgang dieser Tests ab“, sagt Flughafen-Geschäftsführer Friedhelm Schwan. Körperscanner wären nach Umbaumaßnahmen auf dem Saarbrücker Flughafen frühestens 2013 möglich. Dafür steht laut Schwan bereits eine Neuerung für nächstes Jahr fest: Flüssigkeiten werden dann gescannt und müssen von den Passagieren nicht mehr extra im Beutel vorgezeigt werden. Aber schnell geht die Zollkontrolle bereits jetzt. Die meisten Passagiere können nach zehn Minuten mit ihrem Koffer weiterziehen.
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