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Zu nah an Wohngebiet? Zoff wegen Windpark bei Biringen

Ein deutscher Investor will auf französischem Boden, aber in unmittelbarer Nähe zum Dörfchen , Ortsteil von Rehlingen-Siersburg, einen Windpark mit neun Turbinen errichten. Diese sollen laut Plan rund 1000 Meter entfernt von den Wohnhäusern stehen. Schon jetzt gibt es dort eine Anlage mit Windkrafträdern, rund 5000 Meter davon entfernt.

Auch im deutschen Nachbarort Merzig-Silwingen ist der Bau des Windparks „Silwingen- Büdingen“ bereits beschlossen. Kommt alles wie geplant, stehen somit auf dem Nordgau auf einer Länge von zehn Kilometern letztlich 32 Windräder. Weil aber zwischen den Windparks eine Lücke von rund 1,3 Kilometern bleibt, gelten diese nicht als zusammenhängende Großanlage, die einer Sondergenehmigung bedürfte.

Die Bürger und selbst die Gemeinde Rehlingen-Siersburg haben erst zufällig von den Plänen erfahren, als die Anhörungsfristen auf französischer Seite angekündigt wurden. Die Gemeinde hat umgehend Umwelt- und Wirtschaftsministerium um Unterstützung gebeten, Bürgermeister Martin Silvanus (SPD) schließt auch eine Klage gegen den geplanten Windpark nicht aus. Die Gemeinde hat nun selbst noch eine Stellungnahme bei der Präfektur Moselle eingereicht, die sich ausdrücklich gegen die Pläne ausspricht. Sie beruft sich im Wesentlichen auf die Stellungnahme des Landesamts für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA). Der Windpark würde an das Vogelschutzgebiet „Saar-Nied-Gau“ angrenzen sowie an zwei Natura 2000-Schutzgebiete. Im Gutachten heißt es, dass die im Saarland fachlich anerkannten Mindestabstände zum Teil deutlich unterschritten sind, unter anderem zum „größten Rastplatz des Kiebitz im Saarland“ im besagten Vogelschutzgebiet, das etwa 900 Meter südlich des Standorts liegt, sowie zu den Brutplätzen von Schwarzmilan und Rotmilan und vor allem zu den Quartieren der „vom Aussterben bedrohten und extrem seltenen Großen Hufeisennase“, einer Fledermausart. Das LUA macht abschließend noch darauf aufmerksam, dass die vom Windpark betroffenen Kommunen bisher nicht beteiligt wurden. In ihrer Stellungnahme betont die Gemeinde Rehlingen- Siersburg nun nochmal, dass die Mindestabstände zu den genannten Schutzgebieten „durchgehend unterschritten“ sind. Durch die großflächigen Anlagen auf dem Nordgau befürchtet sie außerdem Gesundheitsschädigungen bei den Anwohnern.

Zudem hätten sich die Projektträger der verschiedenen Windkraftanlagen im lothringisch- saarländischen Grenzraum „zumindest im Geiste europäischer Kooperation und europäischen Rechtes abstimmen müssen“, meint die Gemeinde. Denn auch um den Bau von Windrädern bei Perl gab es kürzlich schon Ärger: Die französischen Nachbargemeinden befürchten, die VSE-Anlagen könnten den Panoramablick auf das französische Schloss Malbrouck beeinträchtigen (die SZ berichtete).

Widerstand gegen die Windparks bei Silwingen und bei Waldwisse kommt auch von den Freunden des Bildhauersymposiums „Steine an der Grenze”, etwa Ex-Kultusminister Jürgen Schreier (CDU).

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