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Zu viele Studenten an der Saar-HTW?

Saarbrücken. Das Saarland investiert in den kommenden drei Jahren mehr Geld in die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW). Das gaben gestern der Saar-Wissenschaftsminister Christoph Hartmann und Wolfgang Cornetz, Rektor der HTW, auf einer gemeinsamen Pressekonferenz als Ergebnis der Verhandlungen der Ziel- und Leistungsvereinnbarungen bekannt. Von 2011 bis 2013 erhält die Fachhochschule pro Jahr bis zu 27,4 Millionen Euro, knapp 1,9 Millionen mehr als im vergangenen Globalhaushalt. Der Gesamtbetrag enthält auch zusätzliche Mittel von 2,5 Millionen Euro für die weggefallenen Studiengebühren. 1,8 Millionen Euro oder 7,8 Prozent des Gesamthaushalts werden leistungsbezogen vergeben und sind an den Erfolg von 62 Maßnahmen gekoppelt.

Dass die Gelder in diesem Verhältnis an Bedingungen gekoppelt werden, sei für die HTW nicht neu. Dass man diese wegen der angespannten Finanzlage des Saarlandes noch erhöhe, sei ein Zeichen der Wertschätzung gegenüber der Fachhochschule, meint Cornetz. „Wir wollen den Saarländern damit aber auch zeigen, dass wir der HTW das Geld nicht schenken, sie muss es sich verdienen“, ergänzt Hartmann.

Mehr Studenten - mehr Geld

Das mögliche Haushaltsplus der HTW ist an den Erfolg ihrer Studenten gekoppelt. Kann sie den Anteil ihrer Studenten an der Gesamtstudierendenzahl des Saarlands auf 33 Prozent erhöhen, gleichzeitig die Abbrecherquote reduzieren und die Absolventenzahl in Bachelor- und Masterabschlüssen steigern, erhält sie pro Jahr 750 000 Euro leistungsbezogene Mittel, so Cornetz.

Warum dieser Schwerpunkt? In ganz Deutschland herrsche „ein Fach- und Führungskräftemangel“, so Hartmann. Die HTW könne, weil sie stark praxis- und anwenderorientiert sei, insbesondere bei der Bekämpfung des Ingenieurmangels „eine wichtige Rolle spielen.“ Deshalb erweitert die HTW ihre Aufnahmekapazitäten in bestehenden MINT-Studiengängen, den wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Studiengängen, und bietet neue ingenieurswissenschaftliche Studiengänge an – unter anderem zwei neue Bachelor „Erneuerbare Energien“ und „Fahrzeugtechnik“. Zwei berufsbegleitende Master „Wirtschaftsingenieurwesen“ und „Architektur und Bauingenieurwesen“ sollen folgen.

50 000 Euro jährlich für  Patent-Vergabe

Zusätzlich soll die HTW forschen, fordert das Land. Schafft sie es durchschnittlich über drei Millionen Euro jährlich an Drittmittel einzunehmen, bringt das der HTW jeweils 250 000 Euro zusätzlich. Kann sie drei Patente für Forschungsergebnisse anmelden, gibt es weitere 50 000 Euro jährlich.

Das größte Problem bei der Umsetzung der Ziel- und Leistungsvereinbarungen, die Rektor Cornetz als „ambitioniert, aber machbar“, beschreibt, wird sein, ob die HTW ausreichend Platz für die Studenten und Studiengänge haben wird. Allein in diesem Wintersemester knackt sie die 5000er-Marke bei der Zahl der Studenten. Abhilfe solle zwar der geplante 60 Millionen Euro teure HTW-Umbau bringen. Der ist bereits seit zwei Jahren beschlossen, doch weder mit dem Bau des neuen Zentralgebäudes oder des Technikums noch mit der Sanierung des ehemaligen Hauses der Gesundheit wurde begonnen. Spätestens 2011 geht es los, verspricht nun Hartmann.

Vier Millionen Euro sparen

b dann wirklich alle Projekte umgesezt werden, sei fraglich, meint Cornetz. Es gebe bereits Verlautbarungen, dass das Land auf zwei Baumaßnahmen verzichten wolle: das neue Parkhaus mit 350 Studentenparkplätzen und die Verbindungsbrücke zwischen dem Haus der Gesundheit und dem neuen Zentralgebäude über die Malstatterstraße. Das Land wolle damit vier Millionen Euro sparen. „Ich appelliere an die Regierung, alle zugesagten Maßnahmen einzuhalten“, sagt der Rektor. Minister Hartmann teilt seine Bedenken nur teilweise. Die eine Million Euro teure Brücke sei nicht zwingend notwendig. Anders sehe es beim Parkhaus aus. Das sei wegen der angespannten Parksituation wichtig. Das Land prüfe allerdings, ob es Dritte finanzieren könnten.

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