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Zu wenig Geld für Brücken in Saarbrücken

An den Sanierungsstau bei Straßen haben sich die Saarbrücker gewöhnt. Löcher und Flickschusterei werden grummelnd als „normal“ toleriert. Unbehagen kommt aber bei dem Gedanken auf, dass auch Brücken unter dem Sparzwang leiden und nicht in Schuss gehalten werden. Kann man irgendwo durchbrechen? Droht Gefahr durch fallende Brocken? „Nein, sicher sind sie“, versichert Gabriele Zapper-Klein, bei der Stadt Abteilungsleiterin „Brückenunterhaltung“ – fügt aber gleich hinzu, dass mehr Geld zur Verfügung gestellt werden müsste, das System sei „unterfinanziert“. Im städtischen „Brücken-Topf“ stünden 277 000 Euro bereit, das Doppelte oder Dreifache wäre keine Verschwendung, heißt es. Da die Stadt (als einzige im Saarland) auch Brücken mit Bundes- und Landesstraßen versorgen muss, erhält sie Zuweisungen, „allerdings bei weitem nicht ausreichend“, wie Stadtsprecher Robert Mertes sagt. 2014 habe man für die Unterhaltung der Bundes- und Landstraßen einen Zuschussbedarf von 10,24 Millionen Euro gehabt, angekommen von Landesseite seien über die Schlüsselzuweisungen nur 1,02 Millionen Euro. Die Differenz müsse die Stadt über den allgemeinen Haushalt ausgleichen.

Die Stadt muss sich um sage und schreibe 128 Brücken kümmern, in der Fachsprache heißt es, sie ist für deren Bau- und Unterhaltungslast zuständig. 93 dieser Brücken sind Straßenbrücken, 35 reine Fußgänger- und Radfahrbrücken (der Steg an der Congresshalle ist die neueste). Von den 93 Straßenbrücken befinden sich 15 im Zuge von Bundesstraßen, 18 im Zuge von Landstraßen und 60 sind Gemeinde- und Stadtstraßen. Da Saarbrücken über 80 000 Einwohner hat, obliegt der Stadt auch die Verantwortung für Brücken im Zuge von Bundes- und Landstraßen . Um die Brücken über Autobahnen kümmert sich der Landesbetrieb für Straßenbau. Ausnahme: Die Westspangenbrücke ist Sache der Stadt. 23 Straßenüberführungen spannen sich über Bahngleise.

Der Gesetzgeber verlangt, dass Brücken regelmäßig geprüft werden, und zwar auf Standsicherheit, Verkehrssicherheit und Dauerhaftigkeit. Jährlich werden sie begutachtet, alle drei Jahre „einfach“ geprüft, alle sechs Jahre gründlich geprüft. Dieser „Tüv“ ist derzeit für 112 Brücken mit Zustandsnoten zwischen 1 und 4 aktenkundig. 16 Prüfungen, die übrigens zwischen 1000 und 40 000 Euro kosten, laufen noch. Die Ergebnisse sind nicht sehr erfreulich: nur drei Brücken sind sehr gut, acht gut, 33 befriedigend (Malstatter Brücke), 39 ausreichend (Bismarckbrücke), 18 nicht ausreichend (Güdinger Brücke, Metzer Brücke, Von-der-Heydt-Brücke) und 11 gar ungenügend. Wie Bernd Gulich, zuständig für Brückenunterhaltung, erläutert, seien die schlechtesten Saarbrücker Brücken aber nicht mit der untersten Note 4, sondern mit 3,5 bewertet. Laut Definition sind „Standsicherheit“ und „ Verkehrssicherheit “ noch gegeben, wenn auch mit erheblichen Beeinträchtigungen. Die „Dauerhaftigkeit“ solcher Brücken sei nur dann gegeben, wenn Schäden schnell beseitigt werden.

Wie die Experten berichten, habe vor allem der rasant zunehmende Schwerlastverkehr die Brücken verschlissen. Als die meisten gebaut wurden, war an 30- oder gar 44-Tonnen-Lastwagen, wie sie im Grenzraum zu Frankreich verkehren, noch nicht zu denken. Folge: 40 Saarbrücker Brücken sind zu ihrem Schutz bereits „abgelastet“, hier gilt eine Beschränkung für die Tonnagen, meist auf 30, bisweilen aber auch auf 24 oder 12 Tonnen. Eine weitere Möglichkeit, Brücken vor dem Verfall zu schützen, ist die Sperrung einzelner Fahrbahnen. Die Güchenbachbrücke in Burbach wird auf Anregung der Bauexperten jetzt für Autos gespart. Die Bauleute hielten für wünschenswert, wenn der Unterhaltungsaufwand stets mit dem Verschleiß Schritt hielte, um kostengünstig zu arbeiten und die Lebenserwartung der Bauwerke nicht einzuschränken. Dies ist ein haushaltspolitischer Kampf mit anderen Wettbewerbern, sprich Ämtern. Zurzeit haben die Brückenunterhalter 25 Maßnahmen „angemeldet“.
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