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Zu wenig Schüler? Rektoren Diskutieren über Schulschließungen

Ein Jahr nach dem Start der Gemeinschaftsschule fordern die Schulleiter Klarheit, wie es mit den Standorten weitergeht. „Keiner trifft bisher Entscheidungen, weder das Bildungsministerium noch die Landkreise und der Regionalverband als Schulträger“, sagte der Sprecher des Arbeitskreises der Schulleiter an Gemeinschaftsschulen, Arno Heinz, der SZ. Eine Schulentwicklungsplanung sei dringend notwendig, die Schulträger ließen sich dabei zu viel Zeit. Derzeit gibt es im Saarland 63 staatliche Gemeinschaftsschulen. 45 davon sind auslaufende Erweiterte Realschulen, 18 Gesamtschulen (siehe Hintergrund). „Am letzten Anmeldetag hatten 21 Gemeinschaftsschulen weniger als 40 Anmeldungen“, sagte Heinz. „Wenn das in den nächsten Jahren so bliebe, sind sie laut Schulgesetz von der Schließung bedroht.“

Das Gesetz schreibt für weiterführende Schulen nämlich eine Mindestschülerzahl von 220 in den Klassenstufen 5 bis 9 vor – das wären pro Jahrgang also mindestens 44. Der Rückgang der Schülerzahlen gefährde zunehmend die Qualität an den kleineren Schulen, weil Fächer vermehrt von fachfremden Lehrern unterrichtet werden müssten. „Sie haben dann vielleicht nur noch einen Physiklehrer oder gar keinen mehr“, sagte Heinz. Auch werde es schwieriger, ein Schulorchester oder eine Schülermannschaft zu bilden. Die Zukunft der Gemeinschaftsschulen sieht Heinz in Schulverbünden, in der Zusammenarbeit mehrerer bislang eigenständiger Schulen. Das sei auch im Hinblick auf Personal und Ausstattung kostengünstiger.

„Dann würde das Gerangel um Gelder bei den Schulträgern endlich mal aufhören“, sagte Heinz. Statt Geld „mit der Gießkanne“ an viele kleine Schulen zu verteilen, solle es lieber an größere Schulverbünde fließen. Auch eine Schließung von Gemeinschaftsschulen mit wenigen Schülern ist für den Sprecher der Schulleiter kein Tabu. „Ich erwarte keine so großen Diskussionen wie bei den Grundschulschließungen, weil die Entfernungen zu den weiterführenden Schulen im Saarland sehr gering sind.“

In einem zweiten Punkt fordern die Schulleiter Klarheit: bei der Frage, an welchen Standorten der Gemeinschaftsschule es künftig gymnasiale Oberstufen mit den Klassenstufen 11 bis 13 geben wird. Die Idee hinter der Gemeinschaftsschule ist, dass die Schüler alle Abschlüsse, also auch das Abitur (nach neun Jahren als Alternative zu G8 an Gymnasien), machen können. Insofern müssen alle 63 Gemeinschaftsschulen eine gymnasiale Oberstufe anbieten. In den allermeisten Fällen werden die Gemeinschaftsschulen dies aber nicht an ihrem Standort tun können.

An den heute 45 Gemeinschaftsschulen, die aus einer Erweiterten Realschule hervorgehen, gäbe es in der Regel gar nicht genügend Lehrer, die in der Oberstufe unterrichten dürfen. Gemeinschaftsschulen müssen sich also zusammentun oder mit der Oberstufe eines Gymnasiums kooperieren. „Die Schulträger sind aufgefordert zu sagen, wo die Oberstufenstandorte sein werden“, sagt Heinz. Dazu sei jetzt „ein idealer Zeitpunkt“. Wer sein Kind für eine Gemeinschaftsschule angemeldet habe, wisse noch nicht, an welcher Schule es später die Oberstufe besuchen und sein Abitur machen werde. Wenn diese Frage nicht transparent geklärt werde, warnte Heinz, werde die Gemeinschaftsschule nicht als gleichberechtigte zweite Säule neben dem Gymnasium akzeptiert.

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