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Zu wenig Sprit fürs Geld

Regionalverband. Jeder Tropfen ist kostbar. In Zeiten, in denen das Benzin über 1,50 Euro pro Liter kostet, der Diesel deutlich über 1,40 Euro pro Liter liegt, rechnen viele Autofahrer deshalb offenbar genau nach. Und manch einer hat Zweifel, ob die Menge Sprit, die die Anzeige an der Zapfsäule anzeigt, auch wirklich in seinen Tank geflossen ist. Für Verunsicherung sorgt dabei, dass die Eichplaketten an manchen Zapfsäulen bereits im vergangenen Jahr abgelaufen sind.

Ein Tankwart habe nur die Schultern gezuckt, berichtete ein Autofahrer in diesen Tagen. Er könne nichts dafür, wenn seine Zapfsäulen nicht aktuell geeicht sind, habe der Tankwart gesagt. Das liege am Eichamt. Eine Ungeheuerlichkeit, findet der Autofahrer, in seinen Tank seien nämlich statt der angezeigten 70 nur 68 Liter geflossen, behauptet er. Zwei Liter Unterschied zwischen Anzeige und tatsächlich abgegebener Menge? Das hält man im saarländischen Umweltministerium, dem unter anderem das Eichamt unterstellt ist, für unrealistisch.

Es sei „sehr selten, dass an den Zapfsäulen bei einer Prüfung nachjustiert werden muss“, sagt die Sprecherin des Ministeriums, Sabine Schorr. Sie bestätigt aber die Beobachtung: Es gibt viele Zapfsäulen, deren Eichplakette abgelaufen ist. Sie kann das sogar relativ genau sagen: Etwa 20 Prozent, also ein Fünftel der saarländischen Zapfsäulen werden erst „rückwirkend im Folgejahr geeicht“. Dabei handelt es sich um etwa 720 der 3600 Zapfsäulen an saarländischen Tankstellen.

Das Problem: Das Eichamt muss sich nach Angaben des Ministeriums im Saarland um rund 11 000 Messgeräte kümmern. Darunter auch die 3600 Zapfsäulen, die alle zwei Jahre geeicht werden müssen. Dafür stehen aber nur zwei Mitarbeiter zur Verfügung. „Ein Mitarbeiter muss sich also unter anderem um 1800 Zapfsäulen kümmern. Der schafft die im dafür vorgesehenen Zeitraum aber nicht alle“, sagt Sabine Schorr.

Weil die Zapfsäulen nach einem genauen Plan kontrolliert werden, sei aber sichergestellt, dass wirklich alle Zapfsäulen regelmäßig geeicht werden – manche eben mit einigen Wochen oder Monaten Verspätung. Für die Autofahrer führe das aber nicht zu Nachteilen – und wenn, dann zu kaum messbaren Nachteilen. Die meisten Zapfsäulen, sagt Schorr, bekommen nämlich eine neue Eichplakette, ohne dass nachjustiert werden müsste – sie funktionieren auch nach zwei Jahren noch einwandfrei.

Wenn eine Abweichung festgestellt werde, liege diese „Verkehrsfehlergrenze“, wie die Fachleute sagen, bei einem Prozent. Das heiße: Die Messeinheit in der Zapfsäule „verrechne“ sich in diesen Fällen um höchstens ein Prozent. Wenn jemand also seinen Tank an einer nicht aktuell geeichten Zapfsäule mit 70 Litern befüllt, läge die Abweichung nach den Erfahrungen des Eichamts bei höchstens 0,7 Litern. Das ist nicht wenig, wenn jeder Tropfen kostbar ist.
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