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Zuhälter (33) wegen Menschenhandels angeklagt

Ein 33 Jahre alter Mann steht seit gestern als Angeklagter vor dem Landgericht in Saarbrücken. Ihm werden Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung, Vergewaltigung und Körperverletzung vorgeworfen. Zu den Vorwürfen hat er sich bisher noch nicht geäußert.

Im Dezember 2011 soll der Mann laut Anklageschrift über das Internet an eine arbeitssuchende bulgarische Frau herangetreten sein. Er besuchte sie in der bulgarischen Hauptstadt Sofia und versprach ihr in Deutschland eine gut bezahlte Anstellung als Bedienung in einem Café. Sie flog daraufhin mit ihm nach Deutschland. In seiner Homburger Wohnung hielt der Angeklagte die Frau jedoch gefangen und verlangte sexuelle Dienstleistungen an Dritten, wofür er bei den Freiern kassieren wollte. Die verzweifelte Frau fand schließlich zwei Helfer, die sie befreiten. Dazu gaben sie sich als Freier aus, zahlten dem Angeklagten 50 Euro und nahmen die Frau mit und versteckten sie.

Frauen mit Jobangebot gelockt

Eine zweite Frau konnte ebenfalls aus der Gefangenschaft fliehen. Die auch aus Bulgarien stammende Frau war aus Frankfurt nach Homburg gekommen, wo man ihr eine Stelle als Kellnerin versprochen hatte. Aber auch auf sie wartete kein Job, sondern Zwangsprostitution. Eine weitere Frau wurde Opfer mehrerer Vergewaltigungen. Durch Schläge ins Gesicht soll der Angeklagte sie gefügig gemacht haben.

Ob der Mann Einzeltäter oder Teil einer kriminellen Organisation ist, kam vor Gericht bislang nicht zur Sprache. Doch während er gestern zum Prozessauftakt bereitwillig seinen Lebenslauf schilderte, verweigerte er die Antwort auf die Frage, wer Mieter der Wohnung in Homburg sei. Auch ließ er Fragen zu Alkohol- oder Drogenkonsum unbeantwortet. Mehrfach erklärte er allerdings, nicht vorbestraft zu sein. Doch das Gericht verfügt über Erkenntnisse, wonach er in seinem Heimatland mehrfach zu Haftstrafen verurteilt wurde – darunter auch wegen eines Raubüberfalles. Wegen dieses Delikts wurde der Angeklagte im März 2012 auch festgenommen und kam in die Saarbrücker Justizvollzugsanstalt. Später wurde ihm jedoch Haftverschonung gewährt, woraufhin er sich absetzte. Im Juli dieses Jahres wurde er in Griechenland verhaftet und wieder nach Saarbrücken überstellt. Der Prozess wird heute fortgesetzt.
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