L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Zunächst 420 Flüchtlinge in Hirschbach

Innenminister Klaus Bouillon

Innenminister Klaus Bouillon

420 Flüchtlinge sollen zunächst auf dem Gelände der ehemaligen Grube Hirschbach zwischen Sulzbach und Dudweiler unterkommen. Diese Zahl nannte Innenminister Klaus Bouillon bei einer Info-Veranstaltung am Montagabend in der Sulzbacher Aula. Allerdings können es auch mehr werden, wie Bouillon erklärte: „Ich kann ihnen keine Obergrenze nennen. Ich hoffe, dass der Zuzug im nächsten Jahr abnimmt, kann jedoch nicht in die Zukunft sehen.“

Das Zentrum in Lebach sei für 1200 Flüchtlinge ausgelegt, etwa 3200 Menschen seien dort jedoch momentan untergebracht. Weswegen der Innenminister auch weitere Dependancen für möglich hält: „Ich suche noch nach einem dritten oder vierten Standort. Wir sind in der Verantwortung, die Menschen unterzubringen und uns zu kümmern.“

In Hirschbach sollen nur „echte Flüchtlinge “ unterkommen. Damit meinte Bouillon Menschen, die vor Krieg und Terror fliehen. Wirtschaftsflüchtlinge seien für die Dependance ausgeschlossen. „Wir schieben ab, was nicht hierher gehört“, so Bouillon . Und er nannte weitere Zahlen zur Belegung. So sollen 97 Prozent der Flüchtlinge dort aus Syrien stammen. Ein Drittel der Bewohner werden Familien mit kleinen schulpflichtigen Kindern, ein Drittel junge Familien ohne Kinder, das letzte Drittel Alleinstehende mit Bleibeperspektive sein. „Sie werden Menschen bekommen, die ihre Nachbarn von morgen sind“, so der Innenminister . „Syrer sind nicht die, die Probleme machen. Die meisten sind unter 30. Sie wollen lernen und sich integrieren.“ Alle Flüchtlinge , die künftig für drei Wochen in der Dependance leben sollen, würden zuvor registriert, geimpft und ärztlich untersucht. Nach drei Wochen sollen sie dann dezentral untergebracht werden.

Der Minister ging auch Vorbehalte ein. Ein Sicherheitsdienst sei 24 Stunden vor Ort, dessen Mitarbeiter sorgsam ausgewählt wurden. Auch die Polizei sei regelmäßig auf Streife. Und ein Zaun wurde gesetzt, allerdings nicht um Flüchtlinge abzutrennen, sondern um Kinder vor dem Straßenverkehr zu schützen.

Der Flüchtlingszuzug sei eine Chance für das Saarland, dessen Bevölkerungszahl immer weiter schrumpfe, sagte Bouillon . Und er bat um Geduld: „Es braucht seine Zeit. Kein Land auf der Welt hätte die Situation auf Anhieb geschafft.“ Die größten Schwierigkeiten sieht er bei den kleineren Kommunen: „Die Völkerwanderung wird durch die kleinen Bürgermeister gelöst. Sie müssen die Menschen aufnehmen und integrieren.“ Skeptisch blieb er allerdings bei der Frage, wie der Flüchtlingszuzug weiterhin zu finanzieren sei: „Zurzeit gibt es keine Steuererhöhungen, sagt die große Politik. Warten wir ab, ob es so bleibt.“
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