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Zwangspause für Anbau der Musikhochschule

Nachrichten aus der Region Saarbrücken.

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Saarbrücken. Die Hochschule für Musik (HfM) sollte wachsen. Ein Erweiterungsbau des Hauptsitzes neben der Modernen Galerie war vorgesehen – ein Baustein der Kulturmeile zwischen Schlossplatz, Staatstheater und Stiftungs-Gebäuden. Dafür hätte ein HfM-Anbau von Karl Hanus (1988) abgerissen werden müssen. Es war ein offenes Geheimnis, dass die Landesregierung das HfM-Bauvorhaben, das durch sechs Millionen Euro aus dem Konjunkturprogramm II finanziert werden sollte, auf die Zeitschiene geschoben hatte. Dass man nun freilich „Alternativen“ prüft, sprich die gesamte bisherige Planung obsolet sein könnte, hat kulturpolitisch eine neue Dimension. Deshalb hält sich Kultur-Staatssekretär Georg Jungmann (CDU) bedeckt. „Wir prüfen, ob es eine kostengünstigere Lösung gibt“, sagte er gestern auf SZ-Nachfrage. Vordringlich sei zu klären, ob das ursprüngliche Finanzierungsmodell überhaupt greife. Er und Kulturminister Stephan Toscani seien erst kurz im Amt. Sachlage sei, dass die HfM-Konjunkturprogramm-Gelder, die bis Ende 2011 hätten verausgabt werden müssen, an die Universität gegangen seien, die sie zurückerstatten solle.

Thomas Duis, Rektor der HfM, rechnet derweil definitiv nicht mehr mit dem Erweiterungsbau in der Bismarckstraße. Er kann mit einem anderen Standort leben, sagt er. Für ihn sei ausschlaggebend, dass es überhaupt räumliche Entlastung gebe.



Kritischer sieht das die Saarbrücker Baudezernentin Rena Wandel-Hoefer.  Sie verweist auf einen Bauausschuss- und Stadtratsbeschluss zur Umfeld-Gestaltung. Die seien hinfällig, sollte der Bau nicht realisiert werden. „Ich befürchte, dass sich auf lange Sicht bei den Außenanlagen nichts tun wird“, so Wandel-Hoefer. Ähnlich sieht das der Kulturdezernent der Landeshauptstadt, Erik Schrader (FDP): „Die städtebauliche Situation wird sich durch den Vierten Pavillon verschärfen, der HfM-Bau sollte dies ausbalancieren.“ Schrader appelliert an das Land, die „moralische Verpflichtung“ gegenüber der HfM einzulösen und an der vorgesehenen Stelle zu bauen. Schrader: „Das Land hat zu lange gezögert und zu lange gebraucht für die Planungen.“ ce

Meinung

Übler Flurschaden

Von SZ-Redakteurin Cathrin Elss-Seringhaus

Klingt es nicht gar vorbildlich, wenn nun endlich gespart wird? Doch die Motivation ist nicht wirklich hehr. Zu vermuten steht: Die Landesregierung scheut sich, in unmittelbarer Nähe des Skandal-Projekts Vierter Pavillon ein zweites Bauvorhaben zu starten. Es wäre wieder ein uninspirierter Kubus – eine Provokation. Die Kulturmeile, seit zehn Jahren von drei CDU-Kulturministern als Krönung allen Tuns verkauft, ist für deren Amtsnachfolger Toscani vermintes Gebiet. Hunderttausende Euro wurden – zusätzlich zum Museums-Neubau – für Planungen und Wettbewerbe verpulvert.

Zuerst wurde eine unnötige Kulturbibliothek herbeiphantasiert, dann gestoppt. Jetzt kippt der HfM-Ausbau, trotz echter Raumnot. Und die dringliche Umfeld-Gestaltung bis zum Saarufer fällt ebenfalls in sich zusammen. Dieses Trümmerfeld macht fassungslos. Es hat seine Ursache in einem unsystematischen Hauruck-Vorgehen der CDU-Verantwortlichen. Sie hinterlassen in Saarbrücken verbrannte Erde. 
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