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Zwangsurlaub im Homburger Rathaus - um Energie zu sparen

Homburg. Nein, es war keine vorgezogene Karnevals-Büttenrede, als Kölns Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) kürzlich medienwirksam ankündigte, dass die klamme Millionenstadt die große Mehrheit ihrer Mitarbeiter zwischen den Jahren in Zwangsurlaub schicken wolle, um so ihre finanzielle Lage zu verbessern. Denn der eingeschränkte Strom- und Heizungsverbrauch solle die Stadtkasse schonen. Auch einige saarländische Kommunen tun diesen Schritt oder erwägen ihn: so bleibt etwa in Neunkirchen am 27. und 28. Dezember das Rathaus geschlossen. Auch in Homburg ist die Stadtverwaltung bis auf Notdienste, zum Beispiel im Standesamt für die Beurkundung von Sterbefällen, vom Nachmittag des 21. Dezembers bis einschließlich 1. Januar geschlossen, informierte Stadtpressesprecher Jürgen Kruthoff.

Bereits Anfang des Jahres hätten die Mitarbeiter ein Schreiben erhalten, in dem darauf hingewiesen wurde, dass man sich für den 27. und 28. Dezember zwei Urlaubstage aufheben beziehungsweise dann Überstunden abbauen solle, so Kruthoff weiter. Nimmt man diese beiden Tage nämlich frei, dann ergibt sich daraus eine lange Urlaubsstrecke, da am 24. und 31. Dezember in der Verwaltung sowieso nicht gearbeitet werde. Dabei sei es in Homburg aber in erster Linie darum gegangen, für eine einheitliche Regelung zu sorgen, da ohnehin viele Mitarbeiter den Wunsch geäußert hätten, in dieser Zeit Urlaub zu nehmen.

Der Energiespareffekt spiele dabei eine nicht so entscheidende Rolle. An einem Tag im Dezember würden im Rathaus, das an das Fernwärmenetz angeschlossenen ist, durchschnittlich etwa 5400 Kilowattstunden Strom verbraucht. So errechneten sich etwa 470 Euro Heizkosten pro Dezembertag. Im Prinzip spare man in der Weihnachtszeit also nur zwei Tage zusätzlich ein – die anderen wären ohnehin arbeitsfrei, sagt Kruthoff. Nehme man nun die üblicherweise anfallenden Strom- und Wasserkosten hinzu, dann ließen sich so insgesamt maximal 2000 Euro sparen, großzügig gerechnet. Energiesparen ist aber in der Stadt dennoch ein Thema. So beschäftige sich eine Person speziell damit, hier auszuloten, was möglich ist. Eine Maßnahme sei etwa die Gebäudeleittechnik, mit der zentral von einem PC aus Schaltzeiten optimiert werden könnten. Bisher seien die Grundschule samt Turnhalle in Bruchhof und der Musikpark eingebunden.

Die Grundschulen Langenäcker, Sonnenfeld und Luitpold seien modern eingerichtet, so dass sie ebenfalls angeschlossen werden könnten. Bei anderen Gebäuden müsse erst grundlegend saniert werden, um diese Technik zu ermöglichen. Allerdings sei der wichtigste Faktor beim Thema Heiz- und Stromkosten sparen der Mensch. Deswegen würden etwa Hausmeister geschult.

Die Kreisverwaltung, ebenfalls ans Fernwärmenetz angeschlossen, wird am 27. und 28. Dezember besetzt sein – und das aus mehreren Gründen: Zum Beispiel könnten Dienste wie die Zulassungsstelle schlecht geschlossen werden, da hier an diesen Tagen Hochbetrieb herrsche, hieß es. Viele Autohändler nutzten den Termin, um Pkw an- oder abzumelden. Das erfordere aber auch, dass die Abteilung EDV offen sein müsse. Jugendamt und Behörden wie das Jobcenter könne man guten Gewissens nicht über eine Strecke von über zehn Tagen schließen, teilte die Verwaltung weiter mit. Notdienste würden hier sowieso aufrechterhalten, auch wenn der Rest der Verwaltung – wie an den Feiertagen der Fall – nicht arbeite.

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