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Zwei Anklagen gegen Ex-Unterweltkönig: Versuchter Raub und Einfuhr von Drogen

Symbolfoto.

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Im Fall des früheren Saarbrücker Unterweltkönigs Hugo Lacour (71) drückt die Staatsanwaltschaft aufs Tempo. Der gebürtige Franzose mit letzter Adresse in Saarbrücken-Gersweiler sitzt erst seit Ende März nach einem gescheiterten Raubüberfall im Losheimer Ortsteil Rissenthal in Untersuchungshaft. Knapp drei Wochen später präsentiert die Staatsanwaltschaft die Anklage zur Strafkammer beim Landgericht Saarbrücken. Mitangeklagt ist ein 39 Jahre alter Bosnier aus Saarbrücken. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft wollte dies gestern „weder bestätigen noch dementieren“. Dagegen erklärte Lacours Strafverteidiger Walter Teusch, ihm sei die Anklageschrift zugestellt worden. Lacour, der bereits mehrere Jahrzehnte im Gefängnis saß, wird versuchter bewaffneter Raub vorgeworfen. Nach SZ-Informationen ist noch eine zweite Anklage gegen die frühere Unterweltgröße unterwegs. Dabei soll es um den Einsatz des heute 71- Jährigen als Drogenkurier gehen. Bei einer Polizeikontrolle in den Niederlanden sei er im Juli 2013 mit rund sechs Kilogramm Marihuana im Gepäck aufgefallen. Die saarländische Justiz hat diesen Fall von den holländischen Behörden übernommen. Wie es heißt, soll Lacour den Ermittlern angeboten haben, mit Informationen über Hintermänner und Auftraggeber zu dienen.

Bei dem verhinderten Raubüberfall auf einen angeblichen Geschäftsmann in einer Ferienwohnung in Rissenthal hatte die Polizei mit Genehmigung der Gerichte mehrere verdeckte Ermittler im Einsatz. Hintergrund ist hier wohl, dass die Fahnder Hinweise darauf hatten, wonach Lacour – möglicherweise gegen Bezahlung – Gewalttätern Tipps für schwere Raubüberfälle gegeben haben soll. In mindestens zwei Fällen ist offenbar aktenkundig, dass Lacour vor außergewöhnlich brutalen Überfällen Kontakt zu den späteren Opfern gesucht hatte. Deshalb wurde jetzt ein verdeckter Ermittler eingesetzt, der ihn auf die Spur eines angeblichen Geschäftsmannes lockte. Verteidiger Teusch wirft der Polizei in diesem Zusammenhang „rechtswidriges“ Verhalten vor. Der Einsatz der verdeckten Ermittler sei „rechtsstaatlich erheblich bedenklich“.
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