L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Zwei Ex-Soldaten wegen Raub verurteilt

Zweibrücken. Unter Polizeischutz wurden gestern zwei ehemalige Soldaten der Niederauerbachkaserne von der Jugendstrafkammer des Landgerichtes Zweibrücken wegen schwerer räuberischer Erpressung zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Die 21-jährigen Männer haben nach Auffassung der Richter am 17. Dezember eine Tankstelle in der Zweibrücker Saarlandstraße überfallen und 880 Euro erbeutet. Vor der Urteilsverkündung wurden drei Zuschauer, nachdem sie Polizeibeamten verbal angegangen hatten, aus dem Gericht verwiesen.

Der Raub geschah während einer Abschiedfeier von der Bundeswehr. Mit drei weiteren Soldaten hatten die Angeklagten an dem Abend bereits in der Kaserne reichlich Bier getrunken, bevor sie in die Stadt gegangen sind. Vor der Tankstelle ging dann die Feier weiter, bis einer von ihnen auf die Idee kam, diese auszurauben. Mit dem Geld wollten sie nach Neunkirchen fahren, um sich dort in einem Bordell zu vergnügen. Um sicher zu stellen, dass die Tat ohne Zwischenfälle über die Bühne gehen kann, bekam der Räuber von dem Mitangeklagten ein Zeichen mit dem Handy. In der Tankstelle bedrohte er dann um 21.16 Uhr den Kassierer mit einem Messer. Dieser wollte erst kein Geld herausrücken. Erst als er eine Weinflasche nach ihm richtete öffnete der Angestellte die Kasse und gab 880 Euro heraus. Die Soldaten flüchteten daraufhin zum Busbahnhof, wo sie von der Polizei kontrolliert wurden. Diese schöpfte allerdings keinen Verdacht, so dass sie mit einem Taxi nach Neunkirchen fahren konnten. Vor dem Bordell wurde dort die Beute aufgeteilt. Am folgenden Tag wurde der Räuber, nachdem ihn ein Kamerad angezeigt hatte, in der Kaserne verhaftet. Bei seiner Vernehmung nannte er den Beamten den Namen des Mittäters. Dieser sagte vor Gericht, er habe die Straftat verhindern wollen. Beide zeigten sich geständig.

Für die Staatsanwältin war der ausführende Täter "ein Bauernopfer, das sich ausnutzen lässt". Sie forderte für den 21-Jährigen eine Haftstrafe von vier Jahren und sechs Monaten. Für den Komplizen, der einschlägig vorbestraft und bewährungsbrüchig ist, plädierte sie auf sechs Jahre

Das sah dessen Verteidiger ganz anders. Er unterstellte der Staatsanwältin eine blühende Fantasie: "Wir haben hier eine Schnapsidee, die im Rahmen der Abschiedsfeier entstanden ist." Sein Mandant habe weder die Idee für den Raub gehabt, noch sei er der ausführende Täter gewesen. Er forderte eine "milde Freiheitsstrafe". Die Verteidigerin des Räubers plädierte auf eine Bewährungsstrafe. Das Gericht entschied, den Komplizen für fünf Jahre und den Ausführenden für drei Jahre und neun Monate hinter Gitter zu schicken. "So etwas hat es hier noch nicht gegeben. Die Soldaten verhalten sich in Zweibrücken sehr ordentlich", machte Richter Michael Schubert deutlich, dass es sich hier um Kriminelle handele.
Michael Schubert 
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