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Zwei Wallerfanger befreien Familie bei Brand aus verqualmtem Haus

Symbolfoto

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Wer weiß, was passiert wäre, wenn Uwe Tempel vor einer Woche nicht die neun Meter lange Leiter gekauft hätte. Denn diese Leiter sollte am Mittwochnachmittag eine wichtige Rolle spielen, als Tempel mit seinem Kumpel Uwe Roth im Kleintransporter unterwegs war. Eigentlich wollten die beiden Wallerfanger nur schnell los, um noch eine Arbeitsplatte für Roths neue Küche zu besorgen. „Uns fielen dunkle Rauchwolken auf“, erzählt Tempel. „Ich dachte noch: Hoffentlich brennt es nicht bei mir zu Hause. Dann bemerkten wir von Weitem die vielen Menschen auf der Straße und die parkenden Autos. Als wir näher kamen, sahen wir die Kinder, die an den Fenstern standen und um Hilfe schrien.“

Insgesamt sieben Personen, darunter vier Kinder, befanden sich in dem Haus in der Provinzialstraße in Hostenbach. Eingeschlossen von dicken, schwarzen Rauchwolken, die über das Treppenhaus in die Wohnung drangen. Ein Brand in der Garage des Hauses war außer Kontrolle geraten, die Familie konnte sich noch vom Dachgeschoss in den ersten Stock flüchten. Nun stand sie an den Fenstern in gut fünf Metern Höhe und rang nach Luft.

„Wir haben keine Sekunde gezögert, sind aus dem Auto gesprungen, haben die Gurte der Leiter durchschnitten, die auf dem Dach des Wagens befestigt war und sind damit direkt zu dem Haus“, erzählen die beiden 52-Jährigen. „Es war ein heilloses Durcheinander. Alle schrien und rannten umher. Ich habe versucht, die Leute zu beruhigen und gesagt: Jetzt mal keine Panik, wir holen euch alle da raus“, erzählt Tempel. Und das taten die beiden dann auch.

Sie stellten die Leiter an, Patrik Roth kletterte hinauf, stieg in die Wohnung, Uwe Tempel ging hinterher und kletterte auf ein Vordach. „Der Qualm war ätzend und stand schon an der Tür. Da war kein Entkommen“, sagt Roth, der einem nach dem anderen auf die Leiter half. Tempel zog dann jeden zu sich aufs Dach. Passanten und der Vater der Familie halfen bei der Rettungsaktion.

Als die beiden sich versichert hatten, dass niemand mehr im Haus war, wollten sie den Brand sogar noch löschen, um Schlimmeres zu verhindern. „Dann kamen auch Polizei und Feuerwehr“, sagt Tempel. Ohne die Leiter, sind sich beide sicher, hätten sie auch nicht viel ausrichten können. „Die war bis dahin noch nicht im Einsatz. Aber ich bin heilfroh, dass ich sie noch auf dem Auto hatte. Wer weiß, was passiert wäre, wenn ich die nicht dabei gehabt hätte“, sagt Tempel.

Jederzeit würden sie wieder genau so handeln, sind sich beide einig. „Es ist doch selbstverständlich, dass man hilft, wenn Menschen in Gefahr sind. Zumindest sollte es das sein“, sagen sie. Für manch einen scheint das jedoch nicht so selbstverständlich zu sein, denn: „Einige standen auch vor dem Haus und haben mit ihren Handys gefilmt.“
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