Saarland: Gefahr durch Kühe auf der Fahrbahn zwischen Wadrill und Gehweiler. (12:29)

Priorität: Normal

16°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
16°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Zweibrücken: Bürgermeister bei KFZ-Kennzeichen-Vergabe bevorzugt?

Wurde er bei der Vergabe eines KFZ-Kennzeichens bevorzugt behandelt? Zweibrückens Bürgermeister Rolf Franzen.

Wurde er bei der Vergabe eines KFZ-Kennzeichens bevorzugt behandelt? Zweibrückens Bürgermeister Rolf Franzen.

Die Nummer eins ist heiß begehrt, im Fußball etwa. Aber auch bei Fahrzeug- Kennzeichen, wie Ralf Früauf am eigenen Leib erfahren hat. Er musste Anfang 2012 sein „ZW - F1“ unfreiwillig abgeben und fand es später an prominenter Stelle, am Mercedes- Cabrio von Bürgermeister Rolf Franzen (CDU) wieder. Was war passiert? Früauf schildert, dass er sich alle paar Jahre ein neues Motorrad kauft und dabei stets das alte Kennzeichen reserviert und nach einer Sperre von wenigen Tagen wieder übernommen hat. Sein vorletztes Motorrad habe er mitsamt Kennzeichen ZW - F1 von einem Kollegen übernommen. Anfang 2012 war eine neue Maschine fällig, der Gang zur Zweibrücker Zulassungsstelle endete aber überraschend.

Früauf: „Man sagte mir, ich könne die Nummer nicht behalten, sie müsse für amerikanische Fahrzeuge reserviert werden.“ Einige Wochen später habe ein Kollege das Kennzeichen an einem deutschen Mercedes gesehen und bei der Zulassungsstelle nachgefragt, wie dies sein könne. Man habe auf ein Software- Update verwiesen und erklärt, dass auch er jetzt problemlos eine einstellige Nummer haben könne, aber nicht mehr die inzwischen vergebene ZW - F1. Die kurzen Nummern seien nur kurze Zeit einbehalten worden. „Ich finde das fadenscheinig. Da wird mit zweierlei Maß gemessen“, beschwert sich Früauf.

Was Bürgermeister Rolf Franzen, der jetzige Besitzer des Kennzeichens, nicht nachvollziehen kann: „Ich habe mir nichts vorzuwerfen und auch niemandem etwas weggenommen.“ Er schildert dem Merkur auf Anfrage, wie er zu dem Kennzeichen gekommen ist. Immer wieder hätten Bürger Interesse an kleinen Nummern gezeigt, wie auch er selbst. Solche Ansinnen seien vom Ordnungsamt stets abgelehnt worden, weil diese für Motorräder oder amerikanische Autos – an sie passen nur kleinere Schilder – hätten vorgehalten werden müssen. Franzen: „Das Argument habe ich akzeptiert.“ Dann habe er in Zweibrücken Kennzeichen mit kleinen Nummern auch an deutschen Autos gesehen und noch mal beim Ordnungsamt nachgefragt, warum die Nummern nicht in einem bestimmten Umfang vergeben werden können, inzwischen passten wegen kleinerer Schriften ja auch auf Motorrad- Kennzeichen längere Nummern. Die Zulassungsstelle habe in der Folge einen gewissen Bestand freigegeben. Franzen: „Ich habe dann noch mal nach kleinen Nummern nachgefragt und es gab eine ganze Reihe, darunter auch die ZW - F1.“ Die habe er dann genommen, so Franzen. Ende 2011, Anfang 2012, sei das gewesen.

Henny Agne von der Zweibrücker Zulassungsstelle gibt an, sich an den Fall nicht erinnern zu können: „Irgendwann sind mal kurze Kennzeichen für Importfahrzeuge zurückgehalten worden, das hat mit Herrn Franzen aber nichts zu tun.“ Eine gewisse Anzahl an solchen Kennzeichen halte man vorrätig, wie viele, das liege im Ermessen der Zulassungsstelle. Agne versichert, dass die Abteilung für Franzen keine Ausnahme machen würde. Mit „Angriffen“ von Bürgern, die Stadtoberen würden bei der Kennzeichenvergabe bevorzugt, sehe sich jede Zulassungsstelle konfrontiert.

Es sei so, dass es bei dem zuständigen Rechenzentrum in Rheinland- Pfalz, an das 40 Zulassungsstellen – darunter die Zweibrücker – angeschlossen sind, 2012 eine Änderung gegeben habe: Nun könne man ohne Reservierungszwang und Wartezeit unmittelbar seine Nummer auf ein neues Fahrzeug übernehmen. Stadtsprecher Heinz Braun ergänzt, dass man landesweit erkannt habe, dass zu viele der Klein-Kennzeichen zurückgehalten worden waren. Daher habe man ab etwa Anfang 2012 rund zwei Drittel freigegeben. Diese hätte jedermann als Wunschkennzeichen bestellen können. „Garantiert gab es keine Anweisung von Rolf Franzen. Dafür lege ich die Hand ins Feuer. Es wäre töricht, ein Kennzeichen blockieren zu lassen, nur weil ein Mitglied des Stadtvorstands das will“, so Braun.

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein