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Zweibrücken als Urlaubsparadies für reiche Araber - alles Betrug?

  996 000 Euro sollen im Zusammenhang mit dem Verkauf von 48 Wohnungen auf dem Kreuzberg von der Entwicklungsgesellschaft für Konversionsprojekte (EfK) an Kuwaitis verschwunden sein. Der Geschäftsführer der EfK, Faris Sadig, hat diesbezüglich am 16. Mai Anzeige bei der Zweibrücker Staatsanwaltschaft erstattet. Wie der Leitende Oberstaatsanwalt Eberhard Bayer auf Merkur-Anfrage bestätigt, ergibt sich aus Sadigs Ausführungen, dass sein Mitgesellschafter möglicherweise Geld unterschlagen hat. Beiden gehört die EfK zur Hälfte. Bayer: „Faris Sadig hat angegeben, dass er diese Person mit notariellen Vollmachten ausgestattet hatte. Sie hat womöglich Kaufverträge abgeschlossen, in denen testiert wurde, der Kaufpreis sei bezahlt.“ Eine mögliche Erklärung: Das Geld floss auch und landete in der Tasche eben jenes Bevollmächtigten. Zwar seien die meisten Käufer persönlich in die Rosenstadt gekommen, um bei einem hiesigen Notar den Kauf abzuwickeln, doch nicht immer sei Sadig dabei gewesen sein, manchmal eben sein Mitgesellschafter. Die Staatsanwaltschaft prüft derzeit die Hintergründe, will in Kürze etwa Zeugen vernehmen.

Im April war der Plan bekannt geworden, die früheren und weitgehend verfallenen Soldatenwohnungen auf dem Kreuzberg herzurichten und an Kuwaitis zu verkaufen, die diese in ihrem Urlaub als Ausgangspunkt für Europareisen nutzen sollten. Bereits zum 1. Mai sollten die ersten Araber einziehen, hatte der Zweibrücker Anwalt Wolfgang Knerr am 11. April dem Merkur erklärt. Geschehen ist wenig. Knerr war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen – ob er überhaupt noch für die EfK spricht, ist unklar. Anwohner bezweifeln auch, dass die Wohnungen auf dem Kreuzberg demnächst bezugsfertig sein könnten.

Zweibrücken kann sich ob des EfK-internen Zwists derweil entspannt zurücklehnen. Pro Wohnung, so hatte der Stadtrat festgelegt, sollten 20 000 Euro für die Erschließung in die Stadtkasse fließen. „960 000 Euro sind in einem Stück auf unser Konto geflossen und können für die Erschließung genutzt werden. Das ist für uns wichtig, die Rechtsauseinandersetzung betrifft uns nicht“, sagte Oberbürgermeister Kurt Pirmann gestern auf Merkur-Anfrage.

Die Stadt kann von Problemen mit der EfK ein Lied singen. Erst im Januar 2013 hatte die Gesellschaft eine seit Dezember 2011 fälligen Betrag über 100 000 Euro überwiesen, den Großteil für die Beseitigung von Quecksilberrückständen, die bei Demontagearbeiten an einem ehemaligen Zweibrücker US-Heizkraftwerk im EfK-Besitz ausgetreten waren. Weil die von der EfK damals beauftragten Arbeiter Regler von Heizungsanlagen abgeschlagen und so das Quecksilber freigesetzt hatten, ermittelte zeitweise auch die Staatsanwaltschaft wegen einer Umweltstraftat.
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