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Zweibrücken zahlt 700 000 € für S-Bahn-Studie

Wird es wieder eine S-Bahnverbindung zwischen Homburg und Zweibrücken geben?

Wird es wieder eine S-Bahnverbindung zwischen Homburg und Zweibrücken geben?

Zweibrücken. Die Entscheidung, ob zwischen Zweibrücken und Homburg wieder Züge rollen, fällt auf keinen Fall mehr vor nächstem Sommer. Das ergaben gestern Merkur-Recherchen.

Das Saarland macht die Entscheidung von einem Gutachten abhängig, das die Kosten der Reaktivierung der stillgelegten Strecke ermittelt. Doch den Auftrag für diese "Vorentwurfsplanung" hatte das damals noch grün geführte Saarbrücker Verkehrsministerium monatelang in der Schublade liegen lassen - er wurde erst jetzt vom neuen Minister Heiko Maas (SPD) unterzeichnet (wir berichteten). Das Mainzer Infrastrukturministerium erklärte gestern auf Anfrage, dadurch habe es eine viermonatige Verzögerung gegeben. Auftraggeber seien die beiden Länder sowie Infrastrukturunternehmen der Deutschen Bahn. "Nachdem dieser Vertrag von der DB AG und Rheinland-Pfalz im März unterzeichnet wurde, hat das Saarland im Juli unterschrieben." Bewerten wollte Ministeriums-Sprecher David Freichel diese Verzögerung nicht: "Wir kommentieren grundsätzlich nicht die Politik anderer Bundesländer." Freichel schätzt, dass die Vorentwurfsplanung, zu der auch Baugrunduntersuchungen gehören, angesichts ihres Umfangs "erst in einem Jahr fertig" ist. Die Kosten von 695 000 Euro teilten sich die beiden Länder hälftig.

Die Reaktivierung würde die S-Bahn Rhein-Neckar von Homburg nach Zweibrücken verlängern. Deren Betrieb ab dem Jahr 2015 muss europaweit neu ausgeschrieben werden. Das war ursprünglich schon für Januar 2011 geplant, die Verlängerung sollte als Option mit ausgeschrieben werden. "Die Zeit wird knapp", sagte gestern Gunther Enke, stellvertretender Direktor des für die Ausschreibung mitverantwortlichen ZSPNV (Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd). Denn falls sich bei der Ausschreibung ein anderer Bewerber als der derzeitige Betreiber (Deutsche Bahn) durchsetze, brauche er vor dem Betriebsbeginn 2015 ja noch einige Zeit, sich vorzubereiten - vom Kauf vieler Züge bis zur Personalgewinnung und -schulung. Enke rechnet damit, dass die Ausschreibung in sechs bis acht Wochen fertig ist: "Das ist aber unverbindlich, denn bei einem so großen Projekt darf man da keine Fehler machen."

Das bedeutet, wie der Saarbrücker Ministeriumssprecher Wolfgang Kerkhoff gestern erläuterte: "Die Verlängerung ist in der Ausschreibung nicht dabei. Das ist Konsens aller Beteiligten. Denn nach den Richtlinien ist nur erlaubt, Sachen auszuschreiben, deren Finanzierung gesichert ist. Und das hängt von der Studie ab." Dass Zweibrücken-Homburg nicht mehr mit ausgeschrieben werden könne, bedeute aber nicht das Aus für die Verlängerung, so Kerkhoff: "Zubestellungen sind in aller Regel problemlos zu machen."

Insbesondere bei dieser Verlängerung von Homburg nach Zweibrücken ist ZSPNV-Vize Enke optimistisch: "Dadurch gibt es ja keinen höheren Fahrzeug- oder Personalbedarf." Derzeit stehen die S-Bahn-Züge 45 bis 50 Minuten in Homburg, bevor sie wieder Richtung Rhein fahren.
 

Der Zug ist fast schon abgefahren

Von Merkur-Redakteur

Lutz Fröhlich

Man kann es positiv sehen: Das Saarland hat - zwar nach langer Verzögerung, aber besser spät als nie - grünes Licht die für die Studie zur S-Bahnverlängerung von Homburg nach Zweibrücken gegeben. Doch auch wenn diese Hürde genommen ist: eine alte bleibt, eine neue ist hinzugekommen. Die alte Hürde: Trotz sehr großzügigen Entgegenkommens aus Mainz ist Saarbrücken bislang nicht bereit, sich an den Kosten der Bahnreaktivierung nennenswert zu beteiligen. Die neue Hürde: Die Verlängerung kann nicht mehr mit ausgeschrieben werden. Eine Nachbestellung mag möglich sein - den Preis könnte ohne Ausschreibung der neue S-Bahnbetreiber aber in die Höhe treiben. Und damit die Reaktivierung noch unwahrscheinlicher machen. Da fragt man sich, ob 695 000 (!) Euro für eine Machbarkeitsstudie wirklich gut investiertes Geld sind.

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